Coburger Designtage & "CO": Im Schmelztiegel von Design und Kultur

Wenn herzögliche Stadtgeschichte auf das Herzblut südamerikanischer Rhythmen trifft und historische Schlösser und Burgen auf ausgefallene, moderne Designs, dann seid ihr in Coburg angekommen. Einmal im Jahr zeigen die Coburger Designtage, welche Ideen und welches Können in den Köpfen und Händen der Region stecken und laden dazu alle Interessierten ein, selbst Teil dieser kreativen Bewegung zu werden. Waren die Coburger Designtage einst Jahres-Highlight für die Studenten der Hochschule Coburg, um ihre aktuellen Projekte zu präsentieren, sind sie mittlerweile Treffpunkt für kreativ Köpfe der ganzen Region. Vom 23. bis 28. Mai trafen sich bereits zum 29. Mal Studenten und Ehemalige, Professoren, Initiatoren, Jung-Designer und Vertreter aus Wirtschaft sowie Coburger Locals. Zum dritten Mal nun auf dem Gelände des historischen Güterbahnhof, der sich dann in einen Schmelztiegel für innovatives und nachhaltiges Design verwandelt.

Ich schnappe meine Mädels, mit denen ich an der FH Würzburg Medienmanagement studiert habe, und erkunde die Coburger Designtage, die alles zu bieten haben, was unser Mädelswochenende perfekt macht: Möbel, Lampen, Taschen, Klamotten, alles von jungen Designern der Region kreiert, entspannte Atmosphäre im Grünen, gemütliche Ecken zum Quatschen und Chillen sowie leckere Drinks und Snacks. Bevor wir es uns jedoch gemütlich machen, ist erst einmal voller Einsatz gefragt.

Zimmern, Töpfern, Nähen, Gießen – Gemeinsam kreativ werden

Die Coburger Designtage sind nicht nur Ort, um die neuesten Studenten-Projekte oder Entwicklungen regionaler Unternehmen zu bewundern. Jeder Besucher kann auch selbst kreativ werden. Dazu laden die unterschiedlichsten Workshops im Makerspace ein. Hammer und Säge treffen hier auf hochmoderne Technik, wie Laser-Cutter oder 3D-Drucker. Jeder kann selbst Hand anlegen und sich seine eigene Kaffeetasse aus Porzellan gießen, eine neue Handtasche selbst nähen, oder eigene Seife und Naturkosmetik herstellen.

Auch wir werden kreativ und konstruieren unsere eigene Designer-Lampe. Im Workshop Leuchtenbau ist vor allem Fingerspitzengefühl gefragt. Per Lasercutter entsteht die Schablone für den Lampenschirm, der abgeschliffen und geölt werden muss, bevor die Einzelteile zusammen gefügt werden können.

Während Kathrin und Lexi die Werkzeuge unter die Lupe nehmen, leimen Kerstin und ich unsere Einzelteile zu einer Tischlampe.

Trocknen, Boden einsetzen und verkabeln: Fast im Handumdrehen 🙂 bauen wir in 1,5 Stunden unser Leuchten-Unikat. Vielen Dank an Frank Wunderatsch, Fotograf und Kommunikations-Design-Student, und Felix Berthold, Chemie-Student, an dieser Stelle für die Geduld mit uns!

Solange unser Lampenschirm trocknet, erkunden wir das Gelände. Neben der ehemaligen Pakethalle, in der junge Designer ihre Kreationen präsentieren, bieten die Coburger Designtage noch zahlreiche weitere Highlights.

Coburger Designtage

Urban Gardening – Chillis, Erdbeeren & Co

Das Urban Gardening Areal ist nicht nur während der Veranstaltung ein Ort für grüne Daumen und solche, die gerne welche hätten. Projekte, die die Nachhaltigkeit in den Fokus stellen und das Areal um den alten Güterbahnhof auch über die Designtage hinaus noch lebendig machen, sind der Hochbeet-Garten, das vertikale Erdbeerfeld und weitere Grünflächen, die sich bis an das Itz-Ufer ausweiten und zum Verweilen einladen.

Vinyl-Café – Lauschiges Plätzen zum Relaxen

Ein alter Camping-Wagen, ein Plattenspieler, Kühlschrank und Kaffeemaschine: Mehr braucht es nicht, um einen Ort zum Chillen entstehen zu lassen. Hier lässt es sich aushalten. Wir nehmen Platz auf den Heuballen und genießen die Nachmittagssonne.

Zollinger – Drinks und Snacks unter freitragender Dachkonstruktion

Seit 2016 ist das Zollinger fester Bestandteil der Coburger Designtage. Seinen Namen hat es der Zollinger Bauweise zu verdanken, eine freitragende Dachkonstruktion die Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. Im Herbst 2015 wurde das Dach eines Lagerhauses vom Coburger Designforum Oberfranken auf das Areal des alten Güterbahnhofs gesetzt und 2016 wieder mit Fachwerk bestückt. So erhielten die Coburger Designtage ein weiteres zentrales Element.

Auch das Zollinger soll über die Designtage hinaus noch Feierabend- und Wochenend-Treffpunkt bleiben. Voraussichtlich von Donnerstag bis Sonntag soll es bewirtschaftet werden und somit dazu beitragen, dass das Areal am alten Güterbahnhof kreativer Ort und alternativer Treffpunkt bleibt.

Panoramawagen – Probieren geht über Studieren

Dieser alte Zugwaggon ist eine neue Errungenschaft aus dem nicht weit entfernten Lichtenfels. Doch nicht nur zur Schau steht dieser hier. In Kooperation mit der Handwerkskammer soll der Panoramawagen in den kommenden Jahren Lehrlingen von Handwerksberufen wie Polsterern, Metallbauern oder Schreinern als Übungsprojekt dienen.

Unser Fazit: Wir sind begeistert! Außergewöhnlich, innovativ und nachhaltig sind die Coburger Designtage allemal und definitiv einen Besuch wert. Nächstes Jahr finden sie dann bereits zum 30. Mal statt. Ihr solltet einen Besuch in die fränkische Stadt Coburg also am besten jetzt schon in euren Terminkalender eintragen. Und wer nun Lust bekommen hat das Herzogtum Coburg schon in diesem Jahr zu besuchen, auf den warten noch einige lohnenswerte Events.

Coburger Event-Sommer

Die Coburger Designtage eröffnen den Coburger Event-Sommer, der sich ebenso sehen lassen kann wie die Designtage selbst. Mit Kleinstadt hat der Veranstaltungskalender nämlich nichts zu tun: Seit 1992 holt Coburg das größte Samba-Festival außerhalb Brasiliens nach Franken. Mit dem Schlossplatzfest steigt vom 20. bis 24. Juli wieder Nordbayerns größte Gourmet-Party. Der HUK-COBURG Open-Air-Sommer bringt jedes Jahr nationale und internationale Musikgrößen nach Coburg. In diesem Jahr stehen u.a. die Söhne Mannheims, Andreas Bourani und Westernhagen auf der Bühne. Und so geht es mit einigen etablierten und kuriosen Highlights, wie dem Klassik-Open-Air, dem Klößmarkt, dem 5. Mopstreffen, oder der Coburger Museumsnacht weiter bis in den Herbst.

Last but not least: Must Sees, Does & Eats in Coburg

Must See: Coburgs Innenstadt

Der wunderschön herausgeputzte Coburger Marktplatz mit dem hellblauen Rathaus und dem gegenüberliegenden rosafarbenen Stadthaus und der Statue von Prinz Albert in der Mitte ist auf jeden Fall einen Besuch wert, nicht nur wenn Wochenmarkt ist. Von hier aus lassen sich alle Sehenswürdigkeiten Coburgs erkunden: Die schmucke Innenstadt mit ihren kleinen individuellen Geschäften und zahlreichen Cafés, die mit Kopfstein gepflasterte Gassen, das große Judentor, der Schlossplatz mit der pompösen Ehrenburg und dem Landestheater sowie die oberhalb des Hofgartens gelegene Veste Coburg – auch “fränkische Krone” genannt.

Must Do: Durch den Hofgarten hinauf zur Veste Coburg spazieren

Ein wahres Idyll ist der Hofgarten, der sich direkt hinter dem Schlossplatz anschmiegt und bis zur Veste führt. Ob spazieren, Picknicken oder im Winter Schlittenfahren im sogenannten Veilchental: Diese grüne Oase solltet ihr auf keinen Fall außer Acht lassen, wenn ihr in Coburg seid.

Must Eat: Coburger Rostbratwurst

Als Thüringerin darf ich die Coburger Bratwurst nun natürlich nicht in den Himmel loben, das wäre Heimatverrat. Doch muss ich zugeben, dass die Coburger Bratwurst ihren ganz eigenen Geschmack hat, der aus der Zusammensetzung und Zubereitung rührt: Die Coburger Bratwurst ist die einzige Wurst Deutschlands, die – dank Ausnahmegenehmigung – mit rohen Eiern zubereitet wird. Dazu wird die Wurstmasse nicht in Darm, sondern Schleiß gefüllt. Denn auf offenem Feuer gebraten über Kiefernzapfen platzt sie so nicht auf. Den unverwechselbaren Geruch der Coburger Bratwurst hat man sofort in der Nase, sobald man den Marktplatz betritt.

Bis über die Landesgrenzen hinaus ist die Coburger Bratwurst als fränkische Spezialität bekannt. Sogar zu einem EU-Verbot hat es die Coburger Bratwurst schon geschafft, was Gott sei Dank wieder erlassen wurde.

In diesem Sinne, guten Appetit & ganz viel Spaß beim Erkunden des Herzogtums Coburg!

⇒ Zu den FotogallerienVon B wie Bratwurst bis V wie Veste – Herzogtum Coburg” & Makerspace, Urban Gardening & Interior auf den Coburger Designtagen


Dieser Artikel ist im Rahmen der Kampagne “Die Fränkischen Städte” in Kooperation mit dem Tourismusverband Franken entstanden. Insgesamt 14 Städte habe ich im Sommer 2017 bereist und dabei die schönsten Sommer Events der Region erlebt, natürlich immer mit Blick auf die Stadt selbst und ihre Besonderheiten.

Hier geht´s zu den Artikeln von:

Ansbach – Rokoko, Skulpturen & Ansbach Open

Aschaffenburg – afrikanisch-karibische Rhythmen, mediterrane Parks & hessisches Bebabbel

Bamberg – Mediterranes Flair in der Stadt auf sieben Hügeln

Bayreuth – Wagner, Wilhelmine, Weizen, Wurst & Wunderbares

Coburger Designtage & “CO”: Im Schmelztiegel von Design und Kultur

Dinkelsbühl – Heimatliebe, bunte Fassaden & #BasicGermanWords

Eichstätt – Zwischen Barock, Minimalismus und Romantik

Erlangen – Von Frankreich bis zum Nordseestrand: Wie ein Besuch in Erlangen zum Kurzurlaub wird

Fürth(er) – Kleeblatt, Kärwa & Kultur

Kulmbach – Gelebte Biergeschichte & fränkische Tapas

Nürnberg – Stadtoasen & meine Lieblingsplätze in St. Johannis

Rothenburg ob der Tauber – Fränkische Romatik, anyone!? Auf asiatischen Spuren durch Rothenburg

Schweinfurt – Industriegeschichte trifft Kunst & Straßenmusik

Würzburg – maine Perle

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