Bayreuth: Wagner, Wilhelmine, Weizen, Wurst & Wunderbares
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I am Stefanie, my passion is my passport and travelling makes me smile since I have started exploring the world on my own back in 2007. Since then I have visited almost 40 countries and counting. As a travel enthusiast with a big love for writing and photography, my mission is to share my experiences, individual travel tips and personal insights combined with eye-catching pictures on my Blog and Instagram (German & English). Born in Thuringia,(Germany), I have lived in Würzburg, Cape Town, Frankfurt and Nuremberg. Now Shanghai (China) has become my new travel hub since the beginning of 2018. Just click to find out more about my person, the blog and my references.

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Neues Schloss und Hofgarten Bayreuth

So willkürlich diese W´s zunächst klingen mögen, sie alle sind eng mit Bayreuth verbunden und bringen zum Ausdruck, was Bayreuth so vielseitig macht. Richard Wagner lebte und wirkte insgesamt neun Jahre in der Stadt und bis heute sind es die Richard-Wagner-Festspiele, die Bayreuth vorrangig – dafür aber auf der ganzen Welt berühmt machen. Markgräfin Wilhelmine verewigte sich zu Lebzeiten nachhaltig und architektonisch in diversen Gebäuden und Gärten, was Bayreuth bis heute zu einer der romantischsten und prunkvollsten Städte Frankens macht. Und sowohl Weizen(-bier) als auch (Brat-)Wurst gehören unzertrennlich dazu, denn Bayreuth liegt ebenso wie Kulmbach zwischen der Fränkischen Schweiz und dem Fichtelgebirge, im sogenannten “Bierfranken” – dem Gebiet mit der größten Brauereien-Dichte weltweit. Auch traditionsbewusste Bäcker und Metzger gibt es hier zur Genüge – das alles zusammen genommen macht Bayreuth einfach zu einer wunderbaren fränkischen Stadt.

W wie Wagner, Wahnfried & die Richard-Wagner-Festspiele

Einmal im Jahr, spätetstens im Juli, schaut die ganze Welt auf Bayreuth, wenn ca. 60.000 internationale Besucher zu den Richard-Wagner-Festspielen ins Festspielhaus auf den Grünen Hügel pilgern. Dann ist das mondäne Stadtbild multikulturell geprägt und der ansonsten omnipräsente fränkische Dialekt wird von Englisch, Französisch, Spanisch und sogar verschiedenen asiatischen Sprachen übertrumpft. Wer sich Tickets für eine der 30 Aufführungen sichern möchte, muss sich bereits mehrere Jahre vorab darum kümmern. Einen Geheimtipp bekomme ich vorort jedoch von einer Festspiel-erprobten Bayreutherin: Karten für die vier Ringvorführungen konnte sie für gerade einmal 40 Euro ergattern (Normalpreis ca. 600 Euro). Allerdings sind diese nur etwas für wahre Musikfans, denn der Sitzplatz hinter einer der tragenden Säulen versperrt einem jegliche Sicht auf die Bühne. Um die Bayreuther Festspiele einmal im Leben live miterlebt zu haben, aber definitiv eine Überlegung wert.

Festspielhaus Bayreuth

Auch ich darf in diesem Jahr Teil der Festspiele sein, wenn auch nur von außen. Doch das Spektakel rund um die Auffahrt zu “Rheingold” lohnt sich. Promis habe ich an diesem Tag zwar keine erspähen können, dafür das ein oder andere extravagante Outfit.

Wirklich nobel und luxuriös geht es drinnen allerdings gar nicht in allen Bereichen zu. Das Festspielhaus fasst ca. 2.000 Zuschauer, die dort eher unbequem auf Holzstühlen mit wenig Komfort sitzen. Schließlich soll sich jeder komplett auf das Stück konzentrieren und keinerlei Ablenkung in prunkvoller Dekoration finden oder gar vor Bequemlichkeit einnicken.

Festspielhaus Bayreuth

Die Fanfarenbläser kündigen vom Balkon aus den bevorstehenden Beginn der Vorstellung sowie die Pausenzeiten an. Fünfzehn Minuten vorab ertönt die Musik einmal. Zehn Minuten vor Start spielen die Musiker zweimal und fünf Minuten vor Beginn schließlich dreimal. Wer dann nicht pünktlich auf seinem Platz erscheint, hat Pech gehabt. Denn bei den Bayreuther Festspielen herrscht die strenge Regel: Sind die Türen erstmal zu, bleiben sie bis zur nächsten Pause auch geschlossen – ohne Ausnahme, für niemanden. Dann bleibt nur noch das Zimmer mit TV-Übertragung und Warten bis zur nächsten Pause.

Festspielhaus Bayreuth

Am besten hält man sich also an die “Blauen Damen”, die die Gäste zu ihren Plätzen begleiten, Programmhefte verkaufen, und jegliche Fragen beantworten können. Sie haben ihren Namen übrigens von ihren blauen Kostümen, die seit ein paar Jahren allerdings der Modernisierung geschuldet er-grau-t sind. Dennoch ein nach wie vor sehr privilegierter Job, den diese Damen ausführen.

In den Pausen ist es angesagt zum Essen in die umliegenden Restaurants zu gehen. Das Gourmet-Bistro “Walhall Lounge” von Alexander Herrmann beispielsweise lädt zu Snacks und Aperol Spritz in lauschiger Garten-Atmosphäre ein.

Gourmet-Bistro Walhall Alexander Herrmann

Für´s Faktenwissen: Die ersten Bayreuther Festspiele mit vollständiger Aufführung des Rings der Nibelungen haben am 13. August 1876 stattgefunden.

Wer noch mehr über Wagner erfahren möchte, findet dazu in Bayreuth einige Anlaufpunkte. Die Villa Wahnfried, das ehemalige Wohnhaus Richard Wagners beispielsweise wurde 1976 anlässlich des 100. Jubiläums der Festspiele in das Richard Wagner Museum umgewandelt. In drei Gebäuden sind dort eine umfangreiche Dauerausstellung zu Leben, Werk und Wirken Richard Wagners, das Nationalarchiv sowie Sonderausstellungen zu sehen.

Villa Wahnfried Bayreuth

Die Grabstätte Richard Wagners befindet sich in der Gartenanlage hinter dem Haus.

Grab Richard Wagner Bayreuth

W wie Wilhelmine und Welterbe

Die Eremitage – einer der schönsten Barockgärten Deutschlands

Ein Geburtstagsgeschenk der besonderen Art machte Markfgraf Friedrich bei seinem Amtsantritt 1735 seiner Gattin Wilhelmine mit dieser Rokoko-Parkanlage. Wilhelmine fand so großen Gefallen daran, dass sie diese im Handumdrehen erweiterte, verschönerte und damit ein Gesamtkunstwerk schuf, das bis heute einen der schönsten Barockgärten Deutschlands darstellt: die Eremitage in Bayreuth. Die historische Parkanlage verfügt auch heute noch über das Alte und das Neue Schloss mit prunkvoller Innenausstattung, Orangerie, Sonnentempel und malerischen Wasserspielen, wie sie Wilhelmine einst geschaffen hat. Das ganze Ensemble wirkt märchenhaft und zieht Besucher aus aller Welt an. Einmal im Sommer verwandelt sich die Eremitage zudem in eine riesige Festwiese und lädt sowohl die Bayreuther Bürger als auch Gäste aus der Umgebung ein, die markgräfliche Hofgeschichte wieder aufleben zu lassen.

Eremitage Bayreuth

Sommernachtsfest in der Eremitage – Markgrafengeschichte zum Anfassen

Die Tradition des Sommernachtsfestes geht zurück bis in das 18. Jahrhundert als die Markgrafen im Sommer ein fröhliches Fest feierten, zu dem – abseits jeglicher höfischen Etikette – auch alle “Untertanen” eingeladen waren. 1969 wurde das Sommernachtsfest in der Eremitage wieder ins Leben gerufen, nachdem es zwischenzeitlich etwas in Vergessenheit geraten war. Seitdem hat es über 40 Mal stattgefunden und verwandelt die Parkanlage jedes Jahr Ende Juli / Anfang August in eine riesige Festwiese mit stimmungsvoller Beleuchtung, traditionellen markgräflichen Kostümen und einem bunten Programm für die ganze Familie.

Sommernachtsfest Eremitage Sommernachtsfest Eremitage Bayreuth Sommernachtsfest Eremitage Bayreuth

 

Und es gibt viele Gründe, warum die Menschen aus der gesamten Region hierfür anreisen:

Sommernachtsfest Eremitage Bayreuth

Großzügig in der gesamten Parkanlage verteilt sind Bühnen, Stände und Sitzgelegenheiten. In historischem Ambiente entsteht so ein einziger großer Biergarten und ein Hoffest wie zu Zeiten Wilhelmines.

Sommernachtsfest Eremitage Bayreuth

Führende Gastronomen der Region versorgen die Gäste, die in gemütlicher Atmosphäre auf Bierbänken, an den festlich gedeckten Tischen am Neuen Schloss oder auf der Wiese rund um die Wasserspiele der Oberen Grotte sitzen und gemeinsam ein buntes Gartenfest feiern.

Sommernachtsfest Eremitage Bayreuth

Auf mehreren Bühnen im ganzen Park verteilt spielt Live-Musik bis in die frühen Morgenstunden. Denn Getränke werden hier bis 3 Uhr früh ausgeschenkt – im Gegensatz zu den meisten Open-Air-Festen, die mit dem Ausschank-Schluss gegen 23 Uhr meist vor Mitternacht enden.

Sommernachtsfest Eremitage Bayreuth

Den Abschluss des bunten Festes bildet schließlich das imposante Feuerwerk.

Wilhelmine schuf Welterbe

Doch Markgräfin Wilhelmine hat sich nicht nur in der Parkanlage der Eremitage ausgelebt und verewigt. Die gesamte Stadt Bayreuth ist geprägt von ihren Einflüssen: Das Markgräfliche Opernhaus im Herzen Bayreuths zum Beispiel, das seit 2012 UNESCO Welterbe ist. Laut UNESCO ist es eines der schönsten Barocktheater Europas. Und da es weder in Asien, Amerika oder Afrika noch weitere Opernhäuser gibt, kann es somit gut und gerne auch als das schönste Barocktheater der Welt bezeichnet werden. Nach fünf Jahren Bauzeit wird es im April 2018 vollständig restauriert und saniert wiedereröffnet.

Oper Bayreuth

Auch das Neue Schloss im Bayreuther Rokoko und der dahinterliegende Hofgarten im Stil einer englischen Gartenanlage geht auf Wilhelmine´s Konto und ihr kreatives Schaffen zurück.

Neues Schloss und Hofgarten Bayreuth

Übrigens: Wenn ihr einmal auf der höchsten Brücke der Stadt stehen und das schmucke Bayreuth von oben sehen möchtet, solltet ihr die Stadtkirche erklimmen. Ihre beiden Türme sind auf 50 Metern Höhe miteinander verbunden und bilden damit die höchste Brücke Bayreuths. Möglich ist das während der samstäglichen Führungen zwischen Mai und September, jeweils um 11, 12 und 13 Uhr.

Stadtkirche Bayreuth Stadtkirche

W wie Weizen, Wurst und Wunderbares

Dass es in Bierfranken nicht an Biersorten, Brauereien und Gastwirtschaften mangelt, steht außer Frage. Doch Bayreuth hat mit der Maisel´s Bier-Erlebniswelt im historischen Gebäude der alten Brauerei Gebr. Maisel KG etwas ganz Besonderes geschaffen. Das Brauereimuseum hat es bereits als “umfangreichstes Biermuseum der Welt” ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft.

Maisel´s Bier-Erlebniswelt & Liebesbier

Vor gut einem Jahr hat die Maisel´s Bier-Erlebniswelt ihre Tore geöffnet und erzählt auf 4.500 Quadratmetern die Biergeschichte von den Anfängen des Bierbaruens bis zum heutigen Trend der Craft-Beer-Bewegung. In der Brauwerkstatt werden neue Biere kreiert und Besucher können live dabei sein. Mit diesem außergewöhnlichen Konzept hat die Maisel´s Bier-Erlebniswelt bereits mehrere Preise gewonnen. Sogar Til Schweiger hat für sein Restaurant Barefood Deli bei Maisel´s ein exklusives Bier brauen lassen. Ob das an den Wasserleitungen aus dem Fichtelgebirge liegt, die extra reines Wasser nach Bayreuth fließen lassen? Wer sich von dem einzigartigen Konzept überzeugen will, kann sich bei Bier-Tastings von der Vielfalt des flüssigen Goldes überzeugen oder bei einem Bierseminar sogar sein Bier-Diplom machen.

Maisel´s Bier Erlebniswelt & Liebesbier

Aus Liebe zum Bier ist das an die Maisel´s Brauerei angedockte Restaurant entstanden und macht mit Liebesbier seiner Grundidee alle Ehre. Beim Betreten fühle ich mich plötzlich nicht mehr wie im idyllischen Franken, sondern wie auf dem hippen Hamburger Kiez oder in einem Berliner Szene-Lokal. Kein Wunder also, dass auch Herr Schweiger an der Maisel´s Brauerei Gefallen fand. Zwischen Sudkesseln, Kupfer, Stahl und ganz viel Holz reihen sich Tische, Bänke, Tresen. Der T-Bone-Grill im großen Garten lädt zu lauschigen Grillabenden ein. Und auf der Karte locken Steaks, Burger genauso wie außergewöhnliche Kreationen namens “Weißbiereis” oder “Bieramisu”.

21 Biere vom Fass und an die 100 in der Flasche werden im Liebesbier ausgeschenkt. Und damit man nicht durcheinander kommt, sind die Biersorten mit kurzem Text beschrieben. Auch hier lohnt es sich also eine kleine Tasting-Palette zu bestellen. Und genau das mache ich, um meinen Bayreuth-Besuch würdig ausklingen zu lassen. In diesem Sinne: Prost!


Dieser Artikel ist im Rahmen der Kampagne “Die Fränkischen Städte” in Kooperation mit dem Tourismusverband Franken entstanden. Insgesamt 14 Städte habe ich im Sommer 2017 bereist und dabei die schönsten Sommer Events der Region erlebt, natürlich immer mit Blick auf die Stadt selbst und ihre Besonderheiten.

Hier geht´s zu den Artikeln von:

Ansbach – Rokoko, Skulpturen & Ansbach Open

Aschaffenburg – afrikanisch-karibische Rhythmen, mediterrane Parks & hessisches Bebabbel

Bamberg – Mediterranes Flair in der Stadt auf sieben Hügeln

Bayreuth – Wagner, Wilhelmine, Weizen, Wurst & Wunderbares

Coburger Designtage & “CO”: Im Schmelztiegel von Design und Kultur

Dinkelsbühl – Heimatliebe, bunte Fassaden & #BasicGermanWords

Eichstätt – Zwischen Barock, Minimalismus und Romantik

Erlangen – Von Frankreich bis zum Nordseestrand: Wie ein Besuch in Erlangen zum Kurzurlaub wird

Fürth(er) – Kleeblatt, Kärwa & Kultur

Kulmbach – Gelebte Biergeschichte & fränkische Tapas

Nürnberg – Stadtoasen & meine Lieblingsplätze in St. Johannis

Rothenburg ob der Tauber – Fränkische Romatik, anyone!? Auf asiatischen Spuren durch Rothenburg

Schweinfurt – Industriegeschichte trifft Kunst & Straßenmusik

Würzburg – maine Perle

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