Tianzifang - Zwischen Kunst, Boutiquen und chinesischem Alltag

Tianzifang ist eines der Viertel, das mit Sicherheit auf der Bucketlist jedes Shanghai-Besuchers steht und ehrlicherweise auch mein erstes Ausflugsziel in der neuen Heimat ist. Die alte Shikumen-Siedlung ist heute belebtes Künstler- und Weggehviertel, in dem Touristen und Bewohner aufeinander stoßen, ohne sich dabei im Weg zu stehen.

Charmant herausgeputzt sind die alten Backsteinhäuser, in denen sich heute viele kleine Geschäfte, kreative Galerien, gemütliche Cafés und schicke Restaurants befinden. Das Besondere an Tianzifang: Die Souvenierläden befinden sich in den Untergeschossen von noch bewohnten Häusern und reihen sich im engen Gassengewirr an individuelle Boutiquen, Ateliers und Snackstände, während aus den oberen Stockwerken die Wäsche der Anwohner von den Leinen hängt.

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Natürlich ist Tianzifang etwas touristisch, aber ohne dabei den Flair des authentischen Lebens in Shanghai zu verlieren. Beim Streifen durch die Gassen spürt man trotz der Besucherströme, dass das Viertel nach wie vor bewohnt ist und die Chinesen hier ihren Alltag verbringen: Selbstverständlich geht es wie vielerorts um´s Geschäft: Hier wird verkauft, gekocht – aber auch gewerkelt und ganz normal gearbeitet.

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Locker einen ganzen Nachmittag kann man in den lebhaften Gassen verbringen, die auf den ersten Blick labyrinthartig anmuten. Aber keine Sorge: Wirklich verlaufen kann man sich nicht. So groß ist Tianzifang dann auch wieder nicht. Schnell gelangt man nach ein paar Abzweigungen wieder an seinen Ausgangspunkt zurück oder stößt aus anderer Richtung an eine Ecke, die man bereits mehrmals passiert hat. Und durch die noch erhaltenen Steinmauern und Eingangstore merkt man schnell, wenn man das Gassenlabyrinth verlassen hat. Es lohnt sich definitiv, sich für die Erkundung Zeit zu nehmen, die Ateliers und Galerien zu bestaunen und für Drinks oder Snacks zu verweilen und den Moment zu genießen.

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Entstanden ist das Künstlerviertel übrigens im Gegensatz zu planmäßig umkonstruierten alten Shikumen-Siedlungen wie z.B. Xintiandi, ganz unbeabsichtigt: Ursprünglich sollte diese Shikumen-Siedlung bereits 1998 abgerissen werden. Dieses Schicksal wurde mittlerweile ja leider so mancher alten Shikumen-Siedlungen zuteil. Viele der in den Straßenzügen des Former French Concession heute noch anzufindenden alten Wohnkomplexe mussten in weiten Teilen von Shanghai bereits großen Hochhauskomplexen, Einkaufszentren oder Parks weichen.

TianZifang

Die in Tianzifang ansässigen Künstler haben sich allerdings dafür stark gemacht, dass ihre Siedlung erhalten bleibt und Bewohner dazu motiviert, ihre Wohnräume für Geschäfte und Restaurants zu vermieten und so vor dem Abriss zu bewahren. Das Konzept ist aufgegangen: Die Behörden haben mitgespielt und immer mehr Künstler haben sich angesiedelt und ihre Werkstätten und Ateliers hier eingerichtet. Die Gasse 210 wurde 1999 dann in Anlehnung an den antiken chinesischen Maler Tian Zifang in Tianzifang benannt. Passend vor allem deshalb, weil das chinesische Zeichen “fang” sowohl für Werkstatt als auch für Gasse steht (Quelle: Reiseführer “Shanghai – Zeit für das Beste” aus dem Bruckmann-Verlag.) Ein gelungenes Beispiel also für den geglückten Erhalt traditioneller Shikumen-Siedlungen, leider nicht wirklich beispielhaft für viele andere. Deshalb aber umso mehr den Besuch wert!

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Unweit von Tianzifang, nur ein paar hundert Meter die Shaanxi Lu entlang, stößt man in der Nähe der Jianguo Lu auf die alte Shikumen-Siedlung “Bugaoli”. 1930 nach dem Vorbild des französischen Burgund entstanden, ist diese Siedlung auch heute noch sehr gut erhalten. Mit dem nötigen Respekt gegenüber den Anwohner ist es möglich etwas durch die Gassen zu schlendern und die Hinterhof-Architektur mit ihrem ganz speziellen Charme zu genießen.

Bugaoli Cité Bourgogne Bugali / Cité Bourgogne

Rund um Tianzifang und der Metro-Station Dapuqiao laden zudem einige Geschäfte zum Bummeln ein. Außerdem versteckt sich hinter einem kleinen Eingangstor ein typischer chinesischer Lebensmittelmarkt, ein so genannter “wet market”, auf dem man von frischem Obst und Gemüse, über Fleisch und Fisch bis hin zu Gewürzen alles findet, was man bzw. jeder Chinese zum Kochen benötigt. Nichts für empfindliche Nasen, aber gelungener Bestandteil eines authentischen Shanghai-Besuchs.

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In der Kategorie China findet ihr übrigens noch weitere Reisegeschichten aus dem Land der aufgehenden Sonne.

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3 Kommentare
  1. Hi Stefanie,
    Tianzifang klingt ja nach einem coolen Stadtteil. Die Bilder sind auch richtig stark! Das habe ich mir gleich mal abgespeichert! Der Süden von China (u.a. Yunnan) steht schon seit langem auf unserer Wunschliste und das würden wir auch gern mit Shanghai kombinieren. Sieht aber nicht so aus, als würden wir das in den kommenden Monaten unterbekommen. Na mal sehen! Euch wünschen wir auf alle Fälle viel Spaß und Erfolg in Shanghai. Der Umzug war sicherlich aufregend!
    Beste Grüße aus Leipzig,
    Francis

    1. Hallo Francis,
      vielen Dank! Ja, China hat so einiges zu bieten. Wir waren letztes Wochenende in Yangshuo, 2,5 Flugstunden südwestlich von Shanghai und die Landschaft dort ist einzigartig.
      Darüber gibt´s dann auch bald im Blog etwas zu Lesen und Anzuschauen. 🙂
      Yunnan steht auch noch auf unserer Liste, dafür würden wir dann aber auch ein paar Tage mehr einplanen. Es gibt so viel zu entdecken!
      Aber ja, bei uns steht auch das Einleben noch weit oben auf der Liste, von daher danke!
      Viele Grüße aus Shanghai!
      Stefanie

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