Von Ost nach West - Eine Reise Zurück in die Zukunft #Smile4TravelinAmerica
The Author behind Smile4Travel

I am Stefanie, my passion is my passport and travelling makes me smile since I have started exploring the world on my own back in 2007. Since then I have visited almost 40 countries and counting. As a travel enthusiast with a big love for writing and photography, my mission is to share my experiences, individual travel tips and personal insights combined with eye-catching pictures on my Blog and Instagram (German & English). Born in Thuringia,(Germany), I have lived in Würzburg, Cape Town, Frankfurt and Nuremberg. Now Shanghai (China) has become my new travel hub since the beginning of 2018. Just click to find out more about my person, the blog and my references.

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Blauer Himmel, frische Luft, Berge, Flüsse, Seen in direkter Umgebung – und nicht zuletzt der pazifische Ozean in weniger als 1,5 Fahrstunden erreichbar – das klingt nach Sommerurlaub und Erholung pur. Die Sonne strahlt jeden Tag, seitdem wir vor vier Wochen in Portland, Oregon angekommen sind. Sie wärmt die Luft, doch was zum Glück ausbleibt ist die drückende Feuchtigkeit, die uns zum Schmelzen brachte, sobald wir unsere Apartmenttür in Shanghai geöffnet haben.

Was wie ein perfekt geplanter Urlaub erscheinen mag, ist in Realität doch so viel mehr

Es sind die Kleinigkeiten, die plötzlich ganz groß erscheinen, vor allem wenn man Shanghai in den heißesten und wohl unangenehmsten Sommermonaten verlässt. Und in Portland? Wir sind angekommen und mit uns der Sommer – perfektes Timing, um die Stadt und die vielfältige Umgebung zu erkunden. An den Wochenenden ging es direkt an die Küste, die „Oregon Coast“, zum Weinverkosten ins „Willamette Wine Valley“, zum Campen in die Wälder rund um Oregons Hausberg Mount Hood und unter der Woche standen die urbanen und quirligen Viertel Portlands auf dem Plan. Brauereien, Graffiti, Straßenfeste, es gibt so viel zu entdecken. Was also nach einer perfekt geplanten Reise klingen mag, ist in Realität nicht nur ein Kurztrip nach Portland und alles andere als nur eine Pause vom geschäftigen und wuseligen Shanghai.

Alles Einpacken & bürokratischer Wahnsinn – Wir verlassen Shanghai

Aussortieren, Hausrat packen, An- & Abmeldungen und ein nicht endend scheinender Berg an Bürokratie in chinesischen Zeichen war Inhalt unserer letzten Wochen. Und letztendlich war ein weiteres One-Way-Ticket gebucht – das zweite in unserem Leben. Nach 1,5 Jahren haben wir die pulsierende 25-Millionen-Metropole hinter uns gelassen und sind weitergezogen – Smile4TravelWentWest. Mitgenommen haben wir außer unseren persönlichen Sachen vor allem viele wunderbare Erinnerungen, verrückte und teils skurrile Erfahrungen und ein geballtes Stück Lebenserfahrung. Shanghai war intensiv, vielleicht die bisher intensivste Zeit unseres Lebens. Ein Leben weit entfernt von Familie und Freunden, stets dabei Distanz und Zeitzonen zu überwinden, beim gleichzeitigen Versuch sich auf ein neues Leben am anderen Ende der Welt einzulassen, einzutauchen in eine komplett andersartige Kultur mit Lebensgewohnheiten, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Von Kontrasten, Kuriositäten und unvergesslichen Begegnungen

Extreme Jahreszeiten und Luftqualität, die Dichte an Gebäuden und Menschen, Geräusche, Gerüche, Essen, Sprache, Währung – alles ist anders als das was wir bisher gewohnt waren. Shanghai war ein großes Abenteuer in allen Lebenslagen, im Job und auf Reisen. Wir haben gelernt mit Leuten zu sprechen, ohne deren Sprache zu beherrschen, wir haben inmitten einer chinesischen Wohngemeinde im Zentrum Shanghais ehemaliger französischen Konzession gewohnt und dort die Einfachheit und zugleich Komplexität des täglichen Lebens aus nächster Nähe erfahren. Wir sind im Hochgeschwindigkeitszug durch´s Land gereist, haben traditionelle Tempel besucht, uns auf die Suche nach den größten und beeindruckendsten Buddha-Figuren gemacht und parallel hochmoderne Architektur bestaunt. Wir sind durch surreal erscheinende Landschaften (Avatar– & Huangshan-Berge) gewandert, haben die Chinesische Mauer – eines der „Sieben Weltwunder der Neuzeit“ erklommen – und haben unsere Drohne über Teeplantagen und die Dächer Shanghais geflogen. Wir haben streng riechendes und komisch aussehendes Essen probiert und es geliebt heiße Nudelsuppen und Xiaolongbao zu schlürfen. Wir haben das Fahrradfahren durch Shanghais Straßen überlebt sowie das Überqueren grüner(!) Fussgängermpeln. Stets haben wir die älteren Chinesen bewundert, die sich täglich zum Frühsport, Tai Chi und Tanzen im Park treffen, während wir selbst oft die „schlechte Luft“ als Ausrede benutzt haben, sportlich selbst nicht ganz so aktiv zu werden. Wir haben neue Freundschaften geschlossen, unvergessliche Begegnungen genossen und uns dabei manchmal in verjüngenden, hautverschönernden sowie augenöffnenden Foto-Apps wiedergefunden. Wir haben gelernt, was es bedeutet fremd, dabei jedoch niemals alleine zu sein und dennoch Wege gefunden Menschenmassen zu umgehen. Ich könnte noch hunderte weitere Beispiele aufzählen, die unsere Zeit in China so besonders gemacht haben. Fakt ist, wir haben die Chinesen geliebt für ihre Pfiffigkeit, ihre Freundlichkeit und ihr Erfindertum, aber auch manchmal „gehasst“ für ihren Lärm, ihre Rücksichtslosigkeit und ich insbesondere für ihre weitverbreitet Angewohnheit einem unverhohlen direkt vor die Füße zu spucken. Es war eine intensive Zeit, voller Abenteuer, neuer Entdeckungen und Kontraste.

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Von unendlichen Möglichkeiten und dem Wert der kleinen Dinge

Shanghai hat uns die Chance geboten ein Land zu erkunden, das vorab nicht wirklich auf unserer Reiseliste stand – und nach wie vor nicht im Bewusstsein vieler internationaler Reisenden ist. Wir hatten die Chance einzigartige Landschaften zu bestaunen, mystische Orte zu entdecken sowie ländliche, traditionelle Dörfer und ultramoderne, rasant wachsende Megastädte zu besuchen. Zeitgleich hatten wir die Möglichkeit mit Asien direkt vor der Haustür, weitere exotische Länder zu bereisen. In 1,5 Jahren haben wir denke ich jede Chance genutzt, die sich uns geboten hat. Und genau deshalb schwingt auch ein bisschen Wehmut mit, dass wir Shanghai nun wieder verlassen. Mit Sicherheit werden wir die Verrücktheit Chinas, die unseren Alltag so interessant, oft praktisch, zugleich aber auch herausfordernd gemacht hat, ein Stück weit vermissen. Und auch hier sind es wieder die kleinen Dinge, die mir als erstes in den Sinn kommen: So wie die Möglichkeit an jeder Ecke unfassbar günstiges Streetfood zu snacken, oder die Sicherheit am Abend im Park Pärchen beim Tanzen zuzusehen bis hin zum freundlichen Grinsen unseres chinesischen Nachbarn.

Zurück in die ‚Normalität‘

Aber gleichzeitig fühlt sich unser Umzug nach Nordamerika auch an wie ein Schritt Richtung „Normalität“, gemessen an den eigenen Gewohnheiten – und das im positivsten Sinne. Wir schätzen es die buchstäblich frische Luft einzuatmen und genießen es wieder ein stückweit mehr „Herr der Lage zu sein“. Und das bedeutet nicht nur, dass wir fortan wieder mit dem eigenen Auto durch die Gegend düsen, die Natur genießen und die Möglichkeit haben auf verlassenen Pfaden zu wandern. Es bedeutet auch wieder die Straße zu überqueren, ohne dabei von mehreren Kameras gefilmt oder stets Gefahr zu laufen vom Elektroroller überfahren zu werden. Es bedeutet auch Google, Facebook, WhatsApp, Instagram und Co ohne Einschränkungen und VPN nutzen zu können. Es bedeutet genauso sich wieder mit seinem Gegenüber unterhalten zu können und sicher zu gehen, dass die eigene Frage auch verstanden und beantwortet werden kann.

Leben zwischen Vergangenheit und Zukunft im Land der Kontraste

In Shanghai leben bedeutet ein Stück weit Leben in der Zukunft. Nicht nur die Tatsache, dass wir aufgrund unterschiedlicher Zeitzonen Familie und Freunden stets 6 bis 7 Stunden voraus waren. Sondern auch das sich stetig verändernde Stadtbild führte uns täglich vor Augen in welch einem rasant wachsenden und innovativen Land wir leben. Traditionelle chinesische Wohngemeinschaften fallen täglich dem Bau modernen Hochhauskomplexe zum Opfer. Die Nutzung von Mobiltelefonen und digitalen Services ist den deutschen Standards und anderen Ländern, die wir bisher bereist haben, meilenweit voraus. In China ist das Smartphone wichtigstes Zahlungsmittel und essentieller Kontaktpunkt in allen Lebenslagen. Selbst wir haben in China alles online per QR-Code oder App gezahlt: Von den umgerechnet 2 Euro für frisch gedünstete Dumplings am Straßenrand, über das Abendessen im Restaurant, den Supermarkt-Einkauf bis hin zu Strom, Wasser, Gas für unsere Wohnung. Ich muss mich tatsächlich erst wieder an Bargeld und Kreditkarten gewöhnen. Sprachbarrieren werden ganz einfach mit Online-Übersetzungsprogrammen, oder Apps überwunden. Lieferservices, Didi (die chinesische Antwort auf Uber), Mietfahrräder und ein sehr gut funktionierendes U-Bahn Zugsystem machen das Leben praktisch, schnell und effizient. Zur gleichen Zeit leben einige Menschen immer noch in ärmlichsten Verhältnissen, in runtergekommenen Häusern teils ohne eigene Toiletten und Waschräumen. Dass Hühner, Enten und anderes Getier täglich lebend per Fahrrad in unseren Hof geliefert und vor Ort geschlachtet werden, bevor sie zum Trocknen neben frisch gewaschener Wäsche gehangen werden, ist Alltag in unserem Shikumen (traditionellen chinesischen Wohngemeinde). Shanghais Kontraste waren stets der interessanteste Aspekt unseres Lebens in Fernost – quasi das ‚Salz in unser Nudelsuppe‘ 😉

Nach vier Wochen Portland fühlt es sich nach wie vor etwas surreal an. Eine knapp 15-stündige Flugreise hat dazu ihr Übriges getan, bei der man dank der Zeitverschiebung früher wieder aus dem Flieger steigt als man losgeflogen ist 😉 Angekommen mit je zwei Koffern voller Sommer- und Outdoor-Klamotten, wohnen wir nun für die nächsten Wochen übergangsweise in einem möblierten Apartment. Während wir auf unseren Container warten, steht die Suche nach einem neuen Zuhause an oberster Stelle der Prioritätenliste. Direkt darunter der übliche Orga-Kram: Bankkonto eröffnen, amerikanische Mobilfunknummer besorgen, Anmeldung bei der Krankenversicherung, im Yoga-Studio, die Suche nach dem nächstgelegenen Supermarkt, den Bäcker um die Ecke und einem Friseur. All diese Dinge, die wir genauso vor 1,5 Jahren in China erledigen mussten. Unsere Abende und Wochenenden sind aktuell gefüllt mit dem Auskundschaften unterschiedlicher Stadtviertel, um uns zu orientieren und die Gegend finden, in der wir wohnen möchten. Es ist also nicht alles Urlaub, was auf den ersten Blick danach ausschaut. Es gibt viel zu regeln und organisieren. Aber wir freuen uns auf unser neues Abenteuer und das nächste Kapitel in unserem Leben im Ausland. Mit Sicherheit werden auch in den USA einige Kuriositäten auf uns zukommen, an die wir uns gewöhnen müssen, neue Entdeckungen unseren Alltag bestimmen und wir weitere Geschichten zu erzählen haben. Es bleibt also spannend rund um das Thema Smile4TravelinAmerica. Aber keine Sorge, auch unsere Geschichten aus China sind noch nicht alle erzählt. Also freut euch nach wie vor auf Erzählungen aus Fernost, gepaart mit neuen Entdeckungen aus Portland und Umgebung!


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Seid ihr schon einmal ausgewandert und kennt das Gefühl vom einen ende der Welt ans andere zu ziehen? Teilt eure Gedanken gerne in den Kommentaren!

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