Vor dem grünen Kap an Afrikas Westküste: Kapverdische Inseln

Im Februar 2011 hatte ich die Gelegenheit die Kapverdischen Inseln kennen zu lernen. Den Bericht einer abenteuerlichen Reise gibt es hier:
18. Februar, mittags, Ankunft auf Boa Vista, Sonnenschein, 27 Grad, die Frisur sitzt. Nein, sie sitzt überhaupt nicht, der Wind bläst mit 50 Stundenkilometern über die Insel. Ich begleite eine Pressegruppe von sieben Journalisten auf die Kapverden. Den Medienvertretern soll die Inselgruppe vor der Westküste Senegals vorgestellt werden. Häufig werden die Inseln mit den weit nördlicher gelegenen Kanaren verglichen – ob zu Recht, wird sich zeigen. Auf dem fünftägigen straffen Programm stehen Boa Vista, Fogo und Santiago, drei der insgesamt 15 Inseln, von denen heute nur neun bewohnt sind. Der erste Eindruck: Unberührte Natur, kilometerlanger Sandstrand, tosende Brandungswellen.
19.02., geplanter Abflug nach Fogo: 8.50 Uhr. Doch daraus wird nichts, technische Probleme verzögern den Start. Aber unsere Reiseleitung ist flexibel und schickt uns per Pick-Up in die Wüste: Deserto de Viana, ein Tal aus fast schneeweißen Dünen.

Kapverden
Etwas später stehen wir auf pechschwarzen Sand an den Ausläufern des noch aktiven Vulkans „Pico de Fogo“. Wir fahren in die Caldeira, den Riesenkrater. Bei 30 Grad und brennender Sonne wandern wir über den kleinen Pico ins Dorf Bangaeira.

Kapverden

Den Abend verbringen wir mit Einheimischen in einer urigen Bar inmitten der Lavafelder bei Livemusik und Fogo-Wein. Alle tanzen Funaná, einen traditionellen Tanz. Auch ich versuche mein Talent. Singen, Klatschen, strahlende Gesichter – der Abend wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

20.02., 10.55 Uhr: Ankunft auf Santiago. Fahrt nach Cidade
Velha, der ehemaligen Hauptstadt der Kapverden. Das bunte Städtchen wirkt verschlafen. Einheimische spielen im Schatten der Bäume Tischfußball. Auf dem Marktplatz tummeln sich Verkäufer. Es ist Sonntag und es geht gemütlich zu auf Santiago, wie wahrscheinlich auf allen Inseln.

Kapverden

21.02., 14.15 Uhr, Flughafen Praia, unser Flug verspätet sich. 15.30 Uhr, heißt es. Doch um 17 Uhr wird klar: Heute fliegen wir nicht nach Boa Vista. Improvisieren ist angesagt. Wir nehmen es alle mit Humor. Einem neuen Zielgebiet, dessen touristische Infrastruktur noch nicht perfekt entwickelt ist, wird das verziehen.

Kapverden

22.02., 6 Uhr: Transfer zum Flughafen, Klappe die zweite. Diesmal geht’s glatt, wir fliegen nach Boa Vista. Auf die Frage, wie es gewesen sei, schmunzeln alle. Authentisch war’s, abenteuerlich und herzlich.
Eine erlebnisreiche Reise geht zu Ende. Zum Schluss traue ich mich und springe in die Wellen des tosenden Atlantiks und lasse meine Eindrücke Revue passieren.

Kapverden
Eins steht für mich fest: Die Kapverden unterscheiden sehr wohl von den Kanaren und sind auf jeden Fall eine Reise wert. Weit ab von Europa bin ich in eine Welt eingetaucht, die noch unberührt ist von großen Touristenströmen. Karge Wüsten- und Vulkanlandschaften, traumhafte Strände mit türkisfarbenem Wasser, kleine koloniale Städte voller lebensfroher Menschen. Der Charme afrikanischer Kultur und brasilianischer Lebensfreude macht die Kapverden einzigartig.

Die Kapverden, die 1445 von portugiesischen Seefahrern entdeckt wurden, sind voller Kontraste: Wer per Pickup die Wüste Deserto de Viana, ein Tal aus schneeweißen Dünen erlebt, steht wenig später auf pechschwarzem Sand an den Ausläufern des Vulkans „Pico de Fogo“. Sehenswert ist der Riesenkrater, die „Caldeira“. Von dort lässt sich über den „kleinen Pico“ ins Dorf Bangaeira wandern. Inmitten der Lavafelder gibt es hier eine kleine Bar: Fogo-Wein, Livemusik und Tanz, den traditionellen Funaná.

Die Lage der Kapverden weit draußen im Ozean macht die Inseln eindrucksvoll. Verlockend ist ein Bad in den beeindruckenden Brandungswellen des Atlantiks, aber genauso Spaziergänge an den weiten, weißen Sandstränden.

Zu den Fotogalerien: Boa VistaFogoSantiago

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