Monet und die Geburt des Impressionismus

“Ich sehe durch einen Spiegel ein dunkles Wort. Jetzt erkenn ich’s nicht, aber dann werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt worden bin.” Dieses Bibelzitat ist nicht nur ein Auszug aus dem 1. Korintherbrief, sondern auch die Antwort von Claude Monet auf die Malerei in den frühen 1860er bis 80er Jahren.

Keine Sorge, ich bin nicht über Nacht zur Kunstexpertin geworden oder habe mich entschlossen umzuschulen. Doch seit unserem InstaMeet am 11. April bin ich geflasht – Geflasht von Claude Monet, vom Impressionismus und von den Parallelen des französischen Künstlers zu meinem neuzeitlichen Hobby, Instagram.

Monet und die Geburt des Impressionismus

Doch nicht allein Claude Monet hat mit seinen Werken dazu beigetragen, die Gemeinsamkeiten des frühen Impressionismus zu der beliebten Photosharing-App zu entdecken. Vielmehr war es Pascal, der junge Kunstvermittler aus dem Städel-Museum in Frankfurt, der mich und 24 weitere Instagramer in die Welt der französischen Malerei entführt hat. Pascal hat es geschafft uns alle in den Bann zu ziehen und dazu anzuregen zu fotografieren wie Monet gemalt hat. Und dabei sind sagenhafte und einzigartige Fotos entstanden!

Monet und die Geburt des Impressionismus

Doch nun von vorn: Was hat Claude Monet nun wirklich mit Instagram zu tun, wie sind wir in die ausverkaufte Veranstaltung gekommen und wer ist Pascal? Ganz einfach:

Im Rahmen unseres InstaMeets zusammen mit dem Städel Museum wurden wir exklusiv durch die Ausstellung “Monet und die Geburt des Impressionismus” geführt und waren zur anschließenden “Club Monet”-Party eingeladen. Doch das war nicht alles: Während unserer Führung waren wir nicht nur ganz alleine im Museum, sondern durften die Werke der Impressionisten exklusiv mit unseren Kameras und Smartphones fotografieren.

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Mehr Verbindung zwischen Kunst, Malerei und Fotografie geht nicht! Und dabei haben wir so einiges über Kunstgeschichte gelernt:

Claude Monet, heute einer der bekanntesten französischen Künstler hat die Epoche des Impressionismus geprägt. Das Besondere an seinen Kunstwerken ist, dass nicht das Objekt selbst im Mittelpunkt steht, sondern vielmehr die Umgebung, in dem sich das Objekt befindet. Dabei spielen Lichtverhältnisse, Schatten und Reflektionen eine bedeutende Rolle. Monet hat sich inspirieren lassen von Bahnhöfen, Kathedralen, Gärten und Brücken. Pascal erklärt uns: “Hat Monet Bahnhöfe gemalt, interessierte er sich nicht für den Bahnhof selbst, sondern dafür was den Bahnhof ausmacht. Es geht darum, was zwischen Monet und dem Bahnhof steht, wenn er ihn malt.”

Bahnhöfe waren im 19. Jahrhundert Orte, an denen gesellschaftliche Prozesse stattfanden. Orte, zu denen die Menschen gezielt gegangen sind. Nicht nur, um in den nächsten Zug zu steigen, sondern um sich mit Anderen zu treffen, zu flanieren, einfach ein Place to be. “Eigentlich genau wie heute: eben eine Freak-Show”, scherzt Pascal. Die Städte wuchsen exorbitant. Die gut betuchten Stadtbewohner kaufen sich Zug-Tickets mit dem Ziel beim nächsten Halt des Zuges in der Natur auszusteigen.

Monet und die Geburt des Impressionismus

Der Frankfurter Hauptbahnhof war damals einer der größten Bahnhöfe Europas. Deshalb beginnt unser Photowalk auf den Spuren Monets am Frankfurter Hauptbahnhof. Von hier aus gehen wir durch die Kaiserstraße Richtung Mainufer zum Main-Nizza.

Monet und die Geburt des Impressionismus

Die Kaiserstraße, man möge es kaum glauben war damals die schickste Straße Frankfurts. Im französischen Stil gebaut führte sie ihre Besucher bis in die Altstadt. “Der Bahnhof ist das Tor zur Stadt. Und so war es nicht nur in Frankfurt, auch in anderen europäischen Metropolen wie Paris”, erklärt Pascal.

Dass heute die Sonne nicht scheint, sondern graue Wolken das Stadtbild prägen, ist perfekt. Denn Monet schafft es mit seiner Malerei eine Atmosphäre zu schaffen. Er schafft es, dass wir die Temperatur und Jahreszeit aus seinen Bildern lesen können, dabei ist das Motiv gar nicht wichtig. Denn Monet hält in seinen Bildern einen Moment fest. “Und genau wie ihr nun ausschwärmt, um Fotomotive zu suchen, suchten die Impressionisten damals ihr Motiv: Einfach aus dem Stand heraus. Dabei halten sie nicht nur ein Gebäude fest, sondern das Licht und die Schatten im Gebäude.” so Pascal.

Monet und die Geburt des Impressionismus

Monet hat neben Gebäuden auch Freizeitorte gemalt. Und so kommen wir zum Main Nizza, einem Ort, der die Stadtbewohner auch schon im 19. Jahrhundert an die Toskana erinnert hat. Denn der Garten in der Stadt ist nicht nur sichtbar, sondern “man kann ihn riechen, das ganze Jahr über”, schwärmt Pascal, während er uns Gemälde Monets zeigt. Auch auf diesen Bildern ist sichtbar, dass Monet nicht nur das abbildet, was er sieht, sondern auch das zeichnet, was nicht da ist, nämlich die Atmosphäre.

Monet und die Geburt des Impressionismus

Ein weiteres Thema, das Monet in seinen Malereien festhält ist “Wasser, Brücken, Reflektionen”.

Monet und die Geburt des Impressionismus

Und so führt uns unser Weg passend dazu über den Holbeinsteg in die Ausstellung “Monet und die Geburt des Impressionismus”, die noch bis zum 21. Juni im Städel-Museum zu bewundern ist.

Monet und die Geburt des Impressionismus

Im Städel angekommen tauchen wir ein in ein Stück Kunstgeschichte ein und hängen dabei unserem Pascal an den Lippen.

Monet und die Geburt des Impressionismus

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Er erklärt uns: “Mit seinen Malereien provoziert Monet bewusst den Pariser Salon (das Gro des allgemeingültigen Kunstgeschmacks). Monet setzt sich mit Spiegelung, Landschaft, Licht und Atmosphäre auseinander und widmet sich der Beiläufigkeit. Malen unter freien Himmel steht im Fokus. Dabei geht es darum den Moment einzufangen. Monet setzt den Fokus auf das Licht, die Schatten und Reflektionen, das Thema selbst ist ihm egal.” Ein Punkt, der den Impressionisten von damals vorgeworfen wird: Schlampigkeit. Wird nur eine Momentaufnahme festgehalten, kann dies nur schnell und unbedacht gemalt worden sein, so das Argument. Und so werden auch die ersten beiden Bilder, die Monet 1870 im Pariser Salon einreicht, abgelehnt.
Monet und die Geburt des Impressionismus
Und jetzt kommt der Clou: DAS Highlight der Ausstellung ist mit Sicherheit der Fakt, dass genau diese beiden Gemälde Monets einmalig gemeinsam nebeneinander zu bewundern sind:  La Grenouillère & Das Mittagsmahl. Es sind die beiden Gemälde, die die Geburt des Impressionismus darstellen und somit der Ausstellung ihren Namen geben.
Monet und die Geburt des Impressionismus
 Das Mittagsmahl ist das erste Bild, das Monet in den Pariser Salon eingereicht hat. Es hängt normalerweise im Musée d’Orsay in Paris, wurde aber für die Ausstellung nach Frankfurt gebracht.
La Grenouillère ist im Metropolitan Museum of Art in New York zu Hause und wird niemals ausgeliehen.
Allein dieses Gemäldes wegen reisen Kunstinteressierte aus aller Welt nach New York. Es ist wie die Mona Lisa im Louvre in Paris. “Doch wenn in diesen Tagen Besucher nach dem berühmten Gemälde von Monet fragen, wird die Antwort lauten: Heute hängt das Bild in Frankfurt am Main. Schauen Sie doch mal auf Instagram, um es zu bewundern”, lacht sich Pascal ins Fäustchen. Und uns wird in diesem Moment klar, welches Privileg wir haben, heute hier zu stehen, diese beiden Gemälde zusammen zu bewundern  und dann noch Fotos machen zu dürfen.
Monet und die Geburt des Impressionismus
Und als ob das nicht schon genug wäre, erklärt und Pascal noch die Bedeutung des Bildes: “Es geht um den Verlust der Mitte. Monet malt, was zwischen ihm und dem Motiv liegt, nicht Motiv selbst. Der Fokus des Bildes liegt im Wasser und in den Reflektionen. Nicht die Realität ist wichtig, sondern die Spiegelung der Realität! Es geht darum die Realität zu filtern, genau wie ihr es mit euren Instagram-Filtern macht, wenn ihr die über eure Fotos legt”, schließt Pascal den Kreis.
Monet und die Geburt des Impressionismus

Nun begreifen wir langsam, welches Glück wir haben Teil dieser einmaligen Ausstellung zu sein. Wir sind geflasht und langsam an unseren Grenzen angekommen. Und so sind wir auch an einem Bild angelangt, das Monet beim Malen an seine Grenzen gebracht hat: Camille auf dem Totenbett. Das Gemälde zeigt Monets Frau. Pascal erklärt uns: “Die Entstehung des Bildes war Monet wichtiger war als Motiv selbst. Er verbringt beim Malen so viel Zeit damit die Farben auszuwählen, die Linien zu zeichnen, und stellt fest, dass er beim Zeichnen gar nicht an seine Frau gedacht hat. Er verliert Motiv und stößt damit an seine Grenzen.”

Monet und die Geburt des Impressionismus

Im letzten Raum der Ausstellung führt uns Pascal zu Gemälden, die Kathedralen zeigen. Sie erinnern uns an die Fassade des Frankfurter Hauptbahnhofs und damit schließt sich der Kreis.  Pascal erklärt uns: “Monet malt auch hier das Licht, nicht die Kathedrale selbst. Er malt das Licht, das auf die Kathedrale fällt: morgens, mittags und abends und sagt damit Folgendes aus: Malerei ist nicht das Fenster zur Realität. Malerei ist nur eine Fläche mit Farbe.” Damit öffnet Monet die Tür zur Abstraktion.

Monet und die Geburt des Impressionismus

Und ab jetzt wird auch der Abend für uns abstrakt: Es ist 20 Uhr und das Museum gehört uns nicht mehr alleine. Massen strömen durch die Eingangshalle und die Ausstellungsräume. Im Untergeschoss steigt das Event des Abends: Club Monet. DJs legen auf und das Städel Museum wird zur Party-Zone. Diskokugeln zaubern Reflektionen in den Raum und auch hier darf Monet natürlich nicht fehlen:

Club Monet

 

Auch im Garten des Städel ist einiges los. Tänzerinnen entführen uns in das Paris des 19. Jahrhunderts.

Club Monet

Und während wir mit müden Füßen, warten immer noch Besucher darauf rein gelassen zu werden.

Club Monet Städel Frankfurt

Und wieder einmal wird uns bewusst, welches Privileg wir heute hatten…

Vielen Dank an das Städel Museum für die Ermöglichung dieses einmaligen InsatMeets! Vielen Dank an Pascal für die locker-leichten und bunten Erklärungen!

Und vielen Dank an alle Igers, die mit dabei waren:

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Alle Fotos, die während unseres InstaMeets entstanden sind, können auf Instagram unter den Hashtags #igersfrankfurt, #igersfrankfurt_staedel, #staedel & #monet bewundert werden:

 

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