Diese 10 Regeln MUSST du im japanischen Onsen beachten!
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Wenn es draußen eisig kalt und stürmisch ist, der Wind sich durch jeden Spalt zwängt und sich die Hautporen zusammenziehen, träume ich von einem heißen Bad, das mich wärmt und von innen heizt. Und wenn ich heute in Deutschland in die Therme gehe, denke ich zurück an Japan und die Besuche im japanischen Onsen.

Ein japanisches Onsen im traditionellen Sinne ist ein Bad, das aus einer heißen Quelle (hot spring) gespeist wird und unterscheidet sich vom Sento – dem normalen Bad, vergleichbar mit unseren Thermen – dadurch, dass das mineralhaltige Wasser nicht nur zur Entspannung dient, sondern auch die Gesundheit fördert.

japanischer Onsen

Nicht wundern also, wenn euch beim Betreten der Becken im japanischen Onsen braungefärbtes bis zu 45 Grad heißes Wasser empfängt, in denen sich die Besucher kaum bewegen, sondern ruhig im Wasser verweilen und dabei ein feuchtes Tuch auf dem Kopf tragen.

Das japanische Onsen unterscheidet sich nicht nur auf den ersten Blick von unseren Thermen-Landschaften. 10 Regeln, die du unbedingt beachten solltest, wenn du dich in ein japanisches Onsen begibst. Missachtung könnte schwere Folgen haben!

Regel Nr. 1: Japanische Onsen sind kein Spaßbäder…

…und Männer und Frauen baden getrennt! Die Tradition, dass Frauen und Männer gemeinsam nackt im Onsen baden hat sich im Zuge der Verwestlichung geändert. In gemischten Bädern, den Sentos, wird deshalb Badebekleidung getragen. Und: Tätowierungen sind verpönt!

japanischer Onsen

Regel Nr. 2: Schuhe sind schmutzig!

Die Schuhe müssen direkt am Eingang zum Onsen, meist vor einer Holztreppe ausgezogen und abgegeben werden. Sie kommen in ein Schließfach direkt in der Eingangshalle. Nach dem Onsen-Besuch erhält man seine Schuhe erst als Letztes wieder zurück. Barfuß oder in Socken geht es dann weiter Richtung Umkleidekabine.

Regel Nr. 3: Im japanischen Onsen sind alle gleich.

Im Umkleidebereich heißt es dann: Kleidung in das kleine bereit stehende Körbchen und ab damit ins Schließfach. Im Gegenzug dafür wirft man sich in den leichten Baumwollkimono, Yukata genannt. Dieser gleicht einem Pyjama und wird gerne nach dem Baden getragen, denn er ist leicht und unkompliziert. Darüber kommt ein Haroi, ein Jäckchen mit weiten Ärmeln in gleicher Farbe. Nur farblich unterscheiden sich dann noch Männlein und Weiblein.

japanischer Onsen

Regel Nr. 4: Im Badebereich gehen alle barfuß.

Auch Badeschlappen, wie wir sie kennen, sind verboten. Vor der Toilettentür stehen Gummischlappen parat, die man kurz an- und vor dem Verlassen des Toiletten-Bereiches wieder auszieht. Wir Westeuropäer finden es wahrscheinlich eher skurril und eklig Schlappen zu benutzen, die bereits von anderen Badegästen getragen wurden. Doch die Japaner achten auf eine gründliche Körperreinigung, weshalb die Füße auch stets sauber sind. Daraus ergibt sich:

Regel Nr. 5: Eine gründliche Körperreinigung ist das A und O

Und ist vor dem Betreten des Onsen-Bades absolute Pflicht, teilweise sogar inklusive Rasur! Gereinigt und geduscht wird sich auf kleinen Höckerchen oder Schemeln, die sich an den zahlreichen Waschplätzen nahe der Badebecken befinden. Richtig gelesen: Die ca. 30 cm niedrigen Sitzhocker sind nicht für Kinder gedacht! Nein! Geduscht wird sitzend. Es stehen Schüsseln mit Kalt- und Warmwasser bereit, mit dem man den ganzen Körper überspült. Aufstehen zwischendurch gilt als Fauxpas!

Regel Nr. 6: Ohne Tenugui geht es nicht.

Zum Einseifen dient ein kleines Handtuch, Tenugui genannt. Das Tenugui gehört zum Onsen-Besuch dazu, wie unser Sauna-Tuch. Denn es ist ein Alleskönner. Es dient sowohl zum Einseifen als auch zum Schweißabwischen während man im heißen Onsen-Wasser weilt und wird von allen Onsen-Besuchern auf dem Kopf getragen. Ich muss gestehen, das sieht schon recht witzig aus, wenn lauter Japanerinnen mit gleichfarbigem kleinen Handtuch auf dem Kopf in brütend heißem Wasser sitzen und vor sich hin schwitzen. Und ich mittendrin, natürlich auch mein Tenugui auf dem Kopf. (Aussagekräftiges Bildmaterial kann ich euch aufgrund des strengen Foto-Verbots innerhalb der Badeeinrichtungen leider nicht bieten.)

Regel Nr. 7: Nichts verschmutzen!

Sei es mit den Schuhen, mit benutzten Handtüchern, Shampoo oder Seife im Onsen-Wasser. Deshalb gilt: Nach der Körperreinigung gründlich abspülen, denn Seife oder Shampoo im Onsen-Wasser ist schmutzig! Duscht man gar nicht, ist das erst recht ein Verstoß gegen die Onsen-Regeln. Auch das Eintauchen eines bereits benutzten Handtuchs im Onsen-Wasser gilt als schmutzig, ebenso das Tenugui. Und: Abgetrocknet wird direkt nach dem Duschen, nicht auf dem Weg in die Umkleidekabine.

Regel Nr. 8: Im Onsen ist für alles gesorgt!

Herrlich duftende Shampoos, Reinigungslotions, Körpercremes, Wattestäbchen und Kosmetiktücher gehören zum Inventar eines jeden Onsen. Alles nötige steht an den Waschplätzen bereit. Das Tenugui sowie große Handtücher erhält man am Eingang zum Onsen, genau wie den Baumwoll-Kimono, der alle Onsen-Besucher, egal ob Europäer, Asiaten oder sogar Amerikaner (fast) wie echte Japaner aussehen lässt. 🙂

Regel Nr. 9: Nach dem Baden folgt die Ruhe!

Deshalb findet man in jedem japanischen Onsen einen Ruhebereich, der je nach Onsen unterschiedlich gestaltet ist: Mal ganz einfach ausgestattet mit Reisstrohmatten, auf denen man in Decken gewickelt herumliegt und entspannt.

Ruhebereich Onsen

Bis hin zu Hightech-“Ruhebereichen”, ausgestattet mit komplett verstellbaren Liegen, die über eigene Bildschirme verfügen, auf denen von der Manga-Serie, über Nachrichten bis hin zum Sumo-Ringen alles läuft. Hier fühle ich mich etwas wie im Flugzeug, naja etwas bequemer natürlich, vielleicht vergleichbar mit der Business Class?

Ruhebereich Onsen

Ruhebereich Onsen

Regel Nr. 10: Entschlacken macht hungrig!

Eines haben die japanischen heißen Quellen jedoch mit den deutschen Thermalbädern gemeinsam: Nach dem Schwitzen, Entspannen und Reinigen hat man meist einen riesen Hunger. Deshalb verfügen auch die japanischen Onsen über Gastronomiebereiche, in denen die Japaner gerne snacken oder einen heißen Tee genießen. Mein Tipp: Eine heiße Nudelsuppe (Ramen) und frischer Fisch (Sashimi) sind die perfekte Krönung eines entspannten Onsen-Besuchs. Und so habe ich seit meiner Japan-Reise nach einem Sauna- oder Thermalbad-Tag immer riesigen Appetit auf Sushi. 🙂

Sushi

Und wo ich hierzulande am liebsten Sushi genieße, erfahrt ihr in meinem nächsten Blog-Post…

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13 Kommentare
    1. Gerne Marianna!
      Japan kann ich nur empfehlen! Ich bin dort in ein ganz anderes Asien eingetaucht.
      Die japanische Kultur, das Essen und die Menschen sind noch einmal ganz anders als anderen Teilen Asiens.
      Wenn Du nach Japan fliegst und noch Tipps brauchst, melde Dich! Und zur Inspiration kannst du gerne in meinen Fotogalerien stöbern!

      Viele Grüße
      Steffi

      1. Nun ich plane mir Flügel auf den Rücken zu tattoowieren jedoch ist diese Stil kein bisschen an den der Yakuza angelehnt.
        Wird das ein großes Problem sein?

        1. Hey Richard,
          Tattoos sind in traditionellen japanischen Onsen grundsätzlich etwas schwierig und ich würde dir empfehlen dich vor dem Onsen-Besuch schlau zu machen, ob Tattoos erlaubt sind oder nicht. Vielleicht gibt es Bäder, die darin kein allzu großes Problem sehen, das würde ich aber lieber vorher abchecken.
          Viele Grüße
          Stefanie

  1. Es gibt so viele Onsen rund um den Fuji-San. Das was ihr besucht habe sieht toll aus,
    würdet ihr verraten, wo das genau war und wie es heisst? Danke für einen Tipp.

  2. Hi! Toll dass du diese Liste gemacht hast. Eine Frage habe ich da noch, da ich selbst demnächst nach japan fliege und ein Onsen besuchen möchte. Muss man sich als Mann komplett die Körperhaare rasieren?
    LG und vielen Dank!

  3. Liebe Steffi,
    am 29.01.2017 fliegen mein Sohn und ich nach Japan – unser erster Besuch, daher bin ich etwas aufgeregt.
    Auch bei uns ist der Besuch von Onsen eingeplant, ich habe zwei kleine Tatoos – die kann ich ja jetzt nicht einfach so übermalen ;-( und hoffe sehr, dennoch ins Wasser zu dürfen.
    Hast Du Geld in Deutschland oder in Japan gewechselt?
    Unsere Reise bringt uns unter anderem zu den GERO ONSEN / NAGOYA! Kannst Du mir dazu was sagen?
    Freue mich auf Antwort und wünsche eine schöne Woche.
    Gruß
    Gabriele

    1. Liebe Gabriele,
      das klingt aufregend! Ich drücke euch die Daumen, dass ihr ein Onsen besuchen könnt und wünsche euch eine gute Reise!
      Zu deinen Fragen: Ich hebe Geld ehrlich gesagt immer direkt im Ausland ab, mittlerweile gibt es viele Kreditkarten mit denen Bargeld im Ausland abheben kostenfrei ist. Das ist praktisch, da man nicht immer sein ganzes Bargeld mit sich rum tragen muss…
      Wir waren in Nagoya auch in einem Onsen, immer ein sehr entspannendes Erlebnis!
      Viele Grüße, Stefanie

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