(P)Roof of Africa - Trainingsetappe: Großer Feldberg im Taunus
Großer Feldberg

In der Zwischenzeit habe ich mich davon überzeugen lassen, dass es unmöglich ist, sich einfach so auf die Höhenverhältnisse über 3.500 Meter vorzubereiten. Die Höhenkrankheit kann jeden treffen, ob alt oder jung, ob trainiert oder untrainiert. Es gibt keine Mittelchen, die man vor Ort einnehmen kann, keine Indikatoren, mit denen man die Höhenkrankheit vorher eindämmen oder gar ausschließen kann. Die einzige Möglichkeit bei Höhenkrankheit heißt Umkehren. Das ist hart und ich will mich damit auch gar nicht anfreunden, aber die Tatsache wurde uns nun schon in ein paar Dokumentationen vor Augen geführt.

Vorbereiten wollen wir uns natürlich trotzdem, so gut es eben geht. Regelmäßig Sport treiben steht eh schon auf dem Programm. Ich habe mir vorgenommen, unser schon eingespieltes regelmäßiges Lauftraining noch mit Schwimmen, Thai Bo, Pilates und sonstigen Fitnesseinheiten aufzustocken. Aber was wir definitiv noch trainieren müssen, ist genau das, was wir auf dem Weg zum Gipfel des Kilimandscharo, dem Uhuru Peak, sieben Tage hintereinander machen werden: Wandern.

Erste Trainingsetappe: Großer Feldberg, Taunus

878 Meter (Großer Feldberg) gegen 5.895 Meter (Uhuru Peak) ist nicht wirklich ein Vergleich, aber besser als nichts. Und schließlich müssen wir ja auch unsere Kleidung und Ausrüstung testen, damit wir wissen, wo wir noch nachrüsten müssen.

Es ist der 12. Januar und es sind noch knapp fünf Wochen bis das Abenteuer P(R)oof of Africa beginnt. Das Wetter ist perfekt: Sonnig und bei Aufbruch in Frankfurt 3,5 Grad Celsius. Ideal also, um Outdoor-Jacke und ein paar Kleidungsschichten zu testen. Von Frankfurt geht es mit dem Auto zum Base Camp Oberursel-Hohenmark. Dort, am Taunus-Informationszentrum, startet die geplante 15 km lange Tour zum Großen Feldberg über Sandplacken und über Fuchstanz zurück ins Base Camp. Gehzeit: 3,5 Stunden sagt das Internet. Wir sind gut in der Zeit. Es ist 11.40 Uhr als wir den Parkschein lösen. Die Wanderbedingungen sind für diese Jahreszeit anscheinend überdimensional gut, denn alleine sind wir hier nicht. Wandersleute, Sonntags-Spazierer und Mountainbiker überall…

Taunusinformationszentrum Oberursel Hohenmark

Wir stapfen also los, immer den anderen Wanderern hinterher. Doch bereits nach 2 Kilometern merken wir: Irgendwie sieht die Route, die wir gerade gehen, aus wie der im Internet beschriebene Rückweg. Es geht nämlich nicht “5 Kilometer steil bergauf”, sondern eher stetig geradeaus und da ist dieser Bach, der uns eigentlich erst auf dem Rückweg begleiten sollte. Nach 4 Kilometern das bestätigende Schild: Von Sandplacken ist hier keine Rede, nur von Fuchstanz (geplanter Rückweg). Aber zurückgehen und nochmal neu starten bringt jetzt auch nicht viel. Also marschieren wir weiter und ich versuche meine ersten Anfängerfehler auszumerzen. Meine Schuhe lockern sich ständig und der Strumpf reibt am Fuß. So geht das nicht. Kalt ist es nicht, aber ohne Neckwarmer doch ungemütlich. Wirklich zufrieden bin ich noch nicht. Aber weiter geht’s.

Taunus_Wanderung

Endlich ist auch mal ein Stück in Sicht, das steil bergauf geht. Darauf haben wir gewartet. Wir versuchen unser eh schon strammes Tempo zu halten und ziehen an allen anderen vorbei. Allerdings bin ich oben angekommen ziemlich durchgeschwitzt. Das mit den unterschiedlichen Kleidungsschichten muss ich wohl auch noch etwas üben… Aber da ist auch schon der Fuchstanz in Sicht.

Fuchstanz
Fuchstanz

Ein Punkt, am dem sich verschiedene Wanderwege treffen und Einkehr-Möglichkeiten fast alle Ausflügler anziehen.

Wanderwege rund um den Großen Feldberg
Wanderwege rund um den Großen Feldberg
Wanderroute
Wanderroute

Zeit also für eine kurze Rast in der Sonne und kleine Stärkung. Wir sind gut vorbereitet, haben unser Vesper dabei: heißen Tee, Wasser, Bananen und was vom Bäcker. Das muss reichen.

Fuchstanz

Gestärkt geht es weiter, jetzt aber wirklich über Sandplacken und dann auf den Großen Feldberg. Denn nun haben wir sie gefunden: die Ausschilderung “Großer Rundweg”.

Taunus_Wanderung (7)

Großer Feldberg
Großer Feldberg
Großer Feldberg
Großer Feldberg

Auf dem Feldberg angekommen werden wir belohnt mit herrlichem Sonnenschein. Wir genießen kurz die Aussicht, trinken Tee und treten langsam wieder den Rückweg an. Denn es ist schon nach 15 Uhr, die anvisierten 3,5 Stunden Gehzeit schon fast erreicht, doch wir sind gerade erst am Gipfel.

Großer Feldberg

Bis zum Fuchstanz zurück sind es zwar nur 2 Kilometer, aber bis zum Base Camp immerhin noch 11. Also geht’s zügig auf einer anderen Route (sonst wäre es ja langweilig) bergab zurück zum Fuchstanz. Dort angekommen, sind nur noch wenige Ausflügler in Sicht. Und da es im Januar bekanntlich nicht so lange hell ist, entscheiden wir uns zwischen den drei Routen, die zurück zum Base Camp  führen (12, 9 oder 7 Kilometer) für die Kürzeste. Es ist schließlich schon 16 Uhr und 1,5 Stunden werden wir bestimmt noch brauchen. Aber es geht ja bergab.

Mittlerweile begegnen wir fast niemanden mehr. Außer ein paar einsamen Joggern und Mountainbikern, die von hinten an uns vorbei rasen. Es wird dämmrig, langsam dunkel und auch kühl. Wir sind froh, dass die Route bald zu Ende ist. Als wir im Base Camp Oberursel-Hohenmark eintreffen ist es 17.30 Uhr und dunkel. Unsere Beine tun weh und mir zieht die Kälte durch die Glieder. Das Auto-Thermometer zeigt -1 Grad Celsius. Aber wir sind happy und belohnen uns mit Schnitzel, Bratkartoffeln und alkoholfreiem Weizen im Restaurant Waldtraut im Base Camp Oberursel-Hohenmark.

Restaurant Waldtraut

Fazit: Wir sind stolz auf unsere erste Trainingsetappe. Aus geplanten 15 Kilometern sind 24 geworden. Wir waren insgesamt 5 Stunden und 10 Minuten anstatt 3,5 zu Fuß unterwegs und haben laut App 1.698 Kalorien verbraucht. Gut, der letzte Wert stimmt wahrscheinlich eh nicht und selbst wenn: Für uns zählen die knapp 25 Kilometer, die wir in gutem Tempo absolviert haben, ohne zwischendurch außer Atem oder lustlos zu sein. Erste Trainingsetappe für den P(R)oof of Africa erfolgreich gemeistert.

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