Grand Canyon Nationalpark | Winter Reisetipps

Plant ihr einen Roadtrip durch den Mittleren Westen der USA? Dann ist der Grand Canyon Nationalpark sicherlich Teil eurer Route. Der vom Colorado River vor Jahrmillionen geformte Grand Canyon ist nicht umsonst einer der beliebtesten Nationalparks der USA. 446 km (277 Meilen) lang, 16 km (10 Meilen) breit und 1,6 km (1 Meile) tief: Der Grand Canyon ist schier riesig. Highlight jedes USA-Roadtrips ist der Moment, wenn sich die Schlucht vor euren Füßen eröffnet, die orange-roten Gesteinsschichten im Sonnenlicht glühen und sich kontrastreich vom blauen Himmel abheben. Eine gewisse Erwartungshaltung trägt wohl jeder in sich der davon träumt den längsten Canyon der Welt einmal mit eigenen Augen zu sehen. Um diese Erwartungen zu erfüllen, solltet ihr den Grand Canyon Nationalpark im Winter besuchen.

5 Gründe den Grand Canyon Nationalpark in der Nebensaison zu besuchen

Um den Grand Canyon so erleben zu können, wie ihr ihn von Bildern kennt, solltet ihr den Nationalpark im Winter besuchen. Die Monate zwischen November und Februar gelten als die geheime Saison des Grand Canyon. Was viele nicht wissen: Die meisten Nationalparks der USA sind das ganze Jahr über geöffnet, auch wenn nicht zwingend alle Gebiete zugänglich sind. Einige beliebte Nationalparks entfalten gerade in den Wintermonaten ihre wahre Schönheit – der Grand Canyon ist einer von ihnen.

Grand Canyon im Sonnenuntergang
Blick in die tiefe Schlucht des Grand Canyon und Colorado River

Klare Luft, milde Temperaturen, wenig Besucher, dafür mehr Flexibilität inner- und außerhalb des Nationalparks, wenn es darum geht den Grand Canyon auf eigene Faust zu erkunden, oder bezahlbare Unterkünfte zu finden. Den Grand Canyon Nationalpark im Winter zu besuchen bringt einige Vorteile mit sich. Dieser Blogbeitrag versorgt euch mit allgemeinen Reisetipps und mindestens 5 Gründen, warum ihr den Grand Canyon Nationalpark in euren Winter-Roadtrip durch Arizona integrieren solltet.

Wandern im Grand Canyon Nationalpark im Winter

#1 Grand Canyon Winterwetter

Zuerst gilt es ein Missverständnis aufzuklären: Arizona ist nicht nur orange-rote Wüstenlandschaft, in der Kakteen wachsen und es ganzjährig sommerlich warm ist. Schnee und Eis sind keine Seltenheit in Arizonas Höhenlagen. Und genau dort befindet sich der Grand Canyon: Auf 2.100 Metern (7.000 Fuß) Höhe.

Fun Fact: Die riesigen Saguaro-Kakteen sind zwar Arizonas offizielle Staatspflanze, wachsen jedoch lediglich in der Sonora-Wüste im Süden von Arizona, nahe der Grenze zu Mexiko. Der Grand Canyon hingegen befindet sich im Norden des Bundesstaates und ist im Kontrast dazu von dichten Kiefernwäldern umgeben.

Kakteen im Grand Canyon Nationalpark
Kakteen findet man nur vereinzelt im Grand Canyon Nationalpark

Nun fragt ihr euch wahrscheinlich, was es im Winter überhaupt im Grand Canyon zu tun gibt und ob es sich lohnt den Weg in der kalten Jahreszeit auf sich zu nehmen. Die Antwort ist: Absolut! Und zwar deshalb:

Die Temperaturen im Grand Canyon liegen im Winter tagsüber zwischen 4°C und 10°C (40°F und 50°F) und fallen in der Nacht auf bis zu -1°C und -16°C (30°F und 20°F). Klingt kalt? Ist es auch. Allerdings gibt es einen großen Unterschied: Auch wenn es am Rand des Grand Canyons kalt, windig und eventuell verschneit ist, sind die Temperaturen im Canyon angenehm mild. Je weiter nach unten ihr kommt, desto wärmer wird es. Solltet ihr also vorhaben im Grand Canyon zu wandern, sind die Wintermonate besser geeignet.

klare Luft und blauer Himmel im Grand Canyon Nationalpark im Winter
klare Luft und blauer Himmel im Grand Canyon Nationalpark im Winter

Im Sommer wird es im Grand Canyon sehr heiß. Das Thermometer klettert oft über 38°C (100°F). Die Kombination aus hohen Temperaturen und steilen Wanderwegen kann durchaus unangenehm oder gar gefährlich werden. Vor allem wenn ihr solch extreme Situationen nicht gewöhnt seid und ihr plant den Grand Canyon ganz hinunter bis zum Colorado River zu erwandern. Dank frischer Luft ist der Winter allerdings auch die Jahreszeit mit den meisten klaren Tagen. Das bedeutet: höhere Chancen auf atemberaubende Ausblicke in den gesamten Canyon.

#2 Jeden einzelnen Sonnenauf- & Sonnenuntergang genießen

Nachdem Wintertage kurz sind, ist es ein leichtes Spiel sowohl Sonnenauf- als auch Sonnenuntergang an einem Tag zu bestaunen, ohne dabei Schlaf einbüßen zu müssen. So könnt ihr das meiste aus der blauen und goldenen Stunde im Grand Canyon herauszuholen.

Sonnenuntergang vom Mather Point
Sonnenuntergang vom Mather Point, South Rim Grand Canyon

Aufgrund der Höhenlage ist es nicht ungewöhnlich, dass es am Grand Canyon schneit. Wenn ihr gutes Timing beweist, habt ihr die Chance die orange-roten Felsformationen eingehüllt in einer Schicht aus weißem Schnee zu bewundern. Ein durchaus einzigartiges Erlebnis.

Sonnenuntergang im Grand Canyon Nationalpark
Schnee am Grand Canyon South Rim

Die besten Aussichtspunkte für Sonnenauf- & Sonnenuntergang am Grand Canyon South Rim:

  • Mather Point, beliebtester Aussichtspunkt, da nah am Visitor Center und Parkplatz gelegen. Die Aussicht lohnt allerdings tatsächlich.
  • Yavapai Point, westlich des Grand Canyon Besucherzentrums
  • Yaki Point, nahe am South Kaibab Trail, östlich des Grand Canyon Besucherzentrums auf dem Desert View Drive
  • Ooh Aah Point, South Kaibab Trail
  • Hopi Point, Hermit’s Rest Drive
  • Lipan, Navajo und Desert View, Desert View Drive
Ausblick in den Grand Canyon vom Ooh Aah Point
Ausblick in den Grand Canyon vom Ooh Aah Point

#3 Grand Canyon im Winter: die wenigsten Besucher

Der Grand Canyon Nationalpark ist nach den Great Smoky Mountains der meist besuchte Nationalpark in Nordamerika. Nach Auskunft des National Park Service hat der Grand Canyon 2019 insgesamt 6 Millionen Besucher empfangen. Die meisten kommen im Sommer. Wenn ihr also Touristenmassen vermeiden und Wanderwege für euch haben wollt, müsst ihr außerhalb der Hochsaison zum Grand Canyon reisen.

menschenleerer South Kaibab Trail
Grand Canyon im Winter: menschenleerer South Kaibab Trail

#4 Den Grand Canyon South Rim mit dem eigenen Auto erkunden

Könnt ihr euch vorstellen wie viel Zeit ihr sparen könnt, wenn ihr nicht auf den nächsten Tourbus warten müsst, weil ihr den einen gerade verpasst habt? Oder nicht auf das eine, menschenleere Foto am Hopi Point verzichten zu müssen, weil ihr noch ein paar Minuten warten müsst bis die Reisegruppe vor euch weitergezogen ist?

Für mich einer der überzeugendsten Argumente, warum sich der Garnd Canyon vor allem im Winter lohnt: Die Tatsache, dass der 12 km (7.5 Meilen) lange West Rim Drive zu Hermit’s Rest zwischen Dezember und Februar für private Fahrzeuge geöffnet ist. In den restlichen 9 Monaten könnt ihr die Wanderwege und Aussichtspunkte auf diesem Abschnitt lediglich mit den Shuttlebussen oder zu Fuß bzw. mit dem Fahrrad erreichen.

Ausblicke vom Grand Canyon South Rim
ungestörte Ausblicke in den Grand Canyon vom Maricopa Point, Grand Canyon West Rim Drive

Insgesamt vier Busrouten verknüpfen die verschiedenen Punkte am South Rim. Zwei der Routen (Village Shuttle und Kaibab Shuttle) verkehren auch im Winter. Solltet ihr euch also unwohl fühlen die verschneite Rim Road selbst zu fahren, könnt ihr auf die Busse zurückgreifen. Sind die Straßen frei, gibt es meiner Meinung nach keine bessere Alternative als den Grand Canyon auf eigene Faust zu erkunden. Die Flexibilität mit dem eigenen Auto wann, wo und so lange halten zu können, wie man möchte ist so nur im Winter möglich.

Ausblick in den Grand Canyon
Aussicht auf den Bright Angel Trail vom Trailview Overlook, Grand Canyon Hermit’s Drive

Lohnenswerte Aussichtspunkte auf dem Hermits Rest Scenic Drive:

  • Trailway Overlook
  • Maricopa Point
  • Powell Point
  • Hopi Point
  • Mohave Point
  • Pima Point
  • Hermit’s Rest
Ausblick vom Hopi Point, Grand Canyon South Rim
Ausblick vom Hopi Point, Grand Canyon South Rim

#5 Übernachten am Grand Canyon Nationalpark im Winter

Jeder, der den Grand Canyon besucht, möchte so nah wie möglich am Nationalpark oder gar darin übernachten. Vor allem im Winter keine schlechte Idee. Winterliche Wetterkonditionen beeinflussen eure Planungen umso weniger, je kürzer eure Anreise zum Parkeingang ist. Die Unterkünfte im Grand Canyon Nationalpark sind für die Hochsaison meist 1 Jahr im Voraus ausgebucht. Falls ihr trotz weniger Nachfrage im Winter keinen Schlafplatz im Park ergattern könnt, oder euch die Lodges zu teuer sind, bietet die Stadt Tusayan gute Alternativen. Nur 10,8km (6.7 Meilen) südlich des Grand Canyon Visitor Center gelegen, ist der Parkeingang in nur 15 Minuten Autofahrt erreichbar. Näher an den Grand Canyon kommt ihr nicht, wenn Campen keine Option ist.

Weiterer Vorteil: Neben der Tatsache, dass es im Winter wesentlich einfacher ist, auch kurzfristig, Übernachtungsmöglichkeiten in Parknähe zu ergattern, sind die Hotels und Lodges im Nationalpark wesentlich günstiger als im Sommer.

Reisetipps Grand Canyon Nationalpark

Öffnungszeiten Grand Canyon Nationalpark im Winter

Der Grand Canyon ist grundsätzlich im Winter geöffnet. Ganzjährig zugänglich sind lediglich der South Rim sowie Grand Canyon West (inklusive Skywalk, der vom Stamm der Hualapai gemanaged wird und außerhalb des Nationalparks liegt).

North Rim (Nordrand): Geschlossen zwischen Mitte Oktober und Mitte Mai

South Rim (Südrand) inklusive Grand Canyon Village und Desert View (Osteingang): Ganzjährig 24 Stunden geöffnet. Der Osteingang ist aktuell geschlossen. Detaillierte Infos bietet die offizielle National Parks Service Website.

Grand Canyon South Rim
ganzjährig geöffnet: Grand Canyon South Rim

Anreise zum Grand Canyon im Winter:

Nachdem der Grand Canyon in den Wintermonaten lediglich von der Südseite aus erreichbar ist, schließt sich die Kombination des Nationalparks mit einem Roadtrip durch Utah im Winter aus. Von Las Vegas ist der Grand Canyon jedoch ganzjährig leicht erreichbar. Die Integration in euren Roadtrip durch das südliche Arizona bietet sich also an.

Entfernungen und Fahrtzeit zwischen:

  • Las Vegas, NV – Grand Canyon: 450km (280 Meilen) – 4.5 Stunden
  • Phoenix, AZ – Grand Canyon: 370km (230 Meilen) – 3.5 Stunden
  • Sedona, AZ – Grand Canyon: 185km (115 Meilen) – 2 Stunden
  • Flagstaff, AZ – Grand Canyon: 130km (80 Meilen – 1.5 Stunden
glühender Grand Canyon South Rim zum SonnenuntergangSonnenuntergang

Wanderungen am Grand Canyon South Rim – leicht bis schwierig

  • Trail of Time – 2,3 km ( 1.4 Meilen) / Höhenmeter: 39 m (128 ft)
  • Grand Canyon Rim Trail – bis zu 21 km (21 Meilen) einfacher Weg / Höhenmeter: 61 m (200 ft)
  • South Kaibab zum Ooh Aah Point – 1,3 km (0,8 Meilen) einfacher Weg / Höhenmeter: 208 m (682 ft)
  • South Kaibab Trail zur Cedar Ridge – 2,4 km (1.5 Meilen) einfacher Weg / Höhenmeter: 340 m (1,120 ft )
  • Hermit Trail – 4 km (2.5 Meilen) einfacher Weg / Höhenmeter: 512 m (1,680 ft)
  • Grandview Trail – 4.8 km (3 Meilen) / Höhenmeter: 762 m (2,500 ft)
  • Bright Angel Trail – bis zu 7,2 km (4.5 Meilen) einfacher Weg / Höhenmeter: 925 m (3,040 ft)
Wandern auf dem South Kaibab Trail, Grand Canyon Nationalpark
Wandern auf dem South Kaibab Trail zum Ooh Aah Point
Ooh Aah Point, South Kaibab Trail Grand Canyon
Ausblick vom Ooh Aah Point, South Kaibab Trail
Ausblicke in den Grand Canyon vom South Kaibab Trail
Kaibab Trail Richtung Cedar Ridge

Tipps für Winterwanderungen im Grand Canyon:

Zwiebelprinzip – Kühl und windig am Rand, angenehm mild in der Schlucht selbst: Verschiedene Kleidungsschichten sind ein Muss.

Sonnenschutz – Es klingt vielleicht absurd bei Temperaturen um den Gefrierpunkt an Sonnenschutz zu denken. Dank Höhenlage des Grand Canyon, klaren Tagen und vielen Sonnenstunden solltet ihr Sonnenbrille, -creme und Kopfbedeckung nicht vergessen.

Wandern im Grand Canyon Nationalpark

Wasser, Wasser, Wasser – An vielen Wanderwegen gibt es die Möglichkeit Trinkwasser zu zapfen. Die Rohre sind im Winter oft gefroren. Deshalb: nicht darauf verlassen, sondern ausreichend Wasser mitbringen.

Steile Wege nicht unterschätzen – Es ist leicht bergab zu wandern und dabei schnell voran zu kommen. Behaltet im Auge, dass die anstrengenden Höhenmeter auf dem Rückweg noch vor euch liegen. Wandert nicht zu weit in die Schlucht hinein. Vor allem an kurzen Wintertagen fallen die Temperaturen nach Sonnenuntergang sehr schnell. Und ihr wollt sicherlich nicht die Nacht im Canyon verbringen.

steile Wanderwege am Grand Canyon South Rim
Nicht unterschätzen: steile Wanderwege und Sommerhitze

Maultiere haben Vorfahrt – vor allem auf den beliebten Bright Angel und South Kaibab Trails ist es keine Seltenheit Maultieren zu begegnen. Auf den schmalen Wegen gilt: Platz machen und kurz warten, bis die Tiere an euch vorbei sind.

South Kaibab Trail, Grand Canyon Nationalpark
Maultiere reiten bergauf im Grand Canyon

Rechnet mit Schnee und Eis – Die Wanderwege im Grand Canyon werden im Winter nicht geräumt. Trotz viel Sonne können schattige Stellen vereist sein. Vorsicht also auf steilen Abschnitten.

Keine Spuren hinterlassen! Wie überall in der Natur gilt: ein respektvoller Umgang mit der Natur und alles wieder einpacken, was ihr mitgebracht habt. Es dauert Jahre bis zurückgelassene Abfälle im Canyon zersetzt sind. Die Maultiere transportieren übrigens nicht nur Touristen, sondern bringen auch Proviant in den Canyon und schleppen Müll die Berge nach oben.

Winterwandern im Grand Canyon
Wanderwege im Grand Canyon Nationalpark

Infos am Besucherzentrum einsammeln – Bevor ihr den Grand Canyon erkundet, solltet ihr euch über Wetterlage und Konditionen der Wanderwege erkunden. Alle wichtigen Infos zeigen die Tafeln außerhalb des Besucherzentrums.

Vorausschauend planen – vor allem vor Erkundung von abgelegenen Gebieten. Backcountry Camper benötigen eine Erlaubnis. Diese ist im Winter zwar leichter zu bekommen und teils auf Anfrage vor Ort erhältlich. Eine Garantie gibt es allerdings nicht. Während der Hochsaison sind die Zulassungen nur über ein Bewerbungssystem erhältlich.


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FRAGEN & KOMMENTARE? 

Seid ihr schon durch die USA gereist und habt den Grand Canyon erkundet? Was sind eure Highlights? Hat euch der Artikel gefallen, habt ihr Anmerkungen oder Fragen? Lasst mir gerne einen Kommentar da und teilt den Artikel mit euren Freunden!

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