Die Lykische Küste von oben: Paragliding Ölüdeniz
The Author behind Smile4Travel

I am Stefanie, my passion is my passport and travelling makes me smile since I have started exploring the world on my own back in 2007. Since then I have visited almost 40 countries and counting. As a travel enthusiast with a big love for writing and photography, my mission is to share my experiences, individual travel tips and personal insights combined with eye-catching pictures on my Blog and Instagram (German & English). Born in Thuringia,(Germany), I have lived in Würzburg, Cape Town, Frankfurt and Nuremberg. Now Shanghai (China) has become my new travel hub since the beginning of 2018. Just click to find out more about my person, the blog and my references.

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Ich stehe auf 1.700 m über dem Meeresspiegel. Um mich herum herrscht geschäftiges Gewusel. Nach und nach parkt ein halbes Dutzend Minibusse auf dem kleinen Streifen neben der schmalen Straße, die vom Strand von Ölüdeniz bis auf knapp 2.000 Meter Höhe führt. Diesmal habe ich diese Strecke nicht zu Fuß erklommen, diesmal liegt das Abenteuer darin, die knapp 2.000 Höhenmeter nach unten zu kommen und zwar mit Hilfe eines Gleitschirms. Knapp einer halben Stunde Fahrt bedarf es um auf den  Babadağ, den Hausberg des kleinen Ferienortes Ölüdeniz an der Lykischen Küste in der Türkei zu gelangen. Und mindestens genauso lang soll der folgende Tandemflug nach unten dauern. Damit ist der Flug vom insgesamt 1.969 Meter hohen Berg einer der längsten Flüge der Welt, die man mit einem Gleitschirm absolvieren kann. Wahrscheinlich ist das auch der Hauptgrund, der den Babadağ zu einem der beliebtesten Ausgangspunkte für Paragliding-Freunde macht.

Tuerkei_Oeluedeniz_Paragliding (2) Nun stehe ich also hier inmitten des Gewusels und warte was passiert. Das ist bereits der 2. Versuch, den wir wagen. Zwei Tage zuvor war der Wind auf dem Berggipfel mit durchschnittlich 40 km/h viel zu stark, um das Abheben auf knapp 2.000 Metern Höhe zu wagen. Diesmal sind wir also bereits einen großen Schritt weiter gekommen.

In Gedanken versunken und die anderen Gleitschirmfliegern beobachtend höre ich meinen Namen: “Stefanie, come here!” ruft es aus der Menge. Es ist Burak, mein Gleitschirm-Pilot, der mir nun meine Sicherheitsgurte anlegen will, es wird also ernst. Burak fliegt seit 10 Jahren Gleitschirm und hat schon ein paar Tausend Flüge auf seinem Konto verbucht – nie mit Komplikationen, wie er mir versichert – das beruhigt zumindest nochmal etwas. Burak ist aber nicht nur erfahrener Paraglider, sondern auch ziemlich erfolgreich auf Instagram unterwegs. Seine Quadrate aus der Luft begeistern daher nicht nur seine 3 bis 5 täglichen Sprungpartner, sondern gleichermaßen mehrere 1.000 follower. Die Wahl meines Piloten war also alles andere als willkürlich, wie ihr seht!

😉 Klick, Klack, Klick, Klack und schon ist es passiert: Ich trage ein Geschirr aus Karabiner-Haken mit einem riesigen Rucksack auf dem Rücken. Das ist es also: Mein Outfit, das mich gleich mit Burak und unserem Gleitschirm verbinden wird. Dazu kommt noch ein Helm und eine Sonnenbrille – das war’s: es kann losgehen!

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“Get back into the car, kommt zurück ins Auto – der Wind dreht, wir müssen uns einen anderen Startpunkt suchen!” heißt es plötzlich. Was ist nun los? Fahren wir nun doch wie von uns bereits befürchtet zu der niedrigeren Plattform auf nur 1.200 Metern Höhe, wie es uns das Sky Sports Team schon vor zwei Tagen als Alternative angeboten hatte, als der Wind zu heftig war? Ich hoffe nicht. Denn so kurz vor dem entscheidenden Augenblick wollen wir das Abenteuer nun auch richtig auskosten! Mitspracherecht haben wir keines, also steigen wir mitsamt kompletter Montur in den Minibus zurück und fahren los.

Allerdings geht es zu unserer Überraschung nicht nach unten, sondern noch weiter nach oben Richtung Gipfel des Babadağ. Auf 1.900 Metern über dem Meeresspiegel steigen wir wieder aus und plötzlich ist viel weniger los: Ein paar wenige Gleitschirm-Flieger haben hier ihre Schirme auf dem Boden ausgelegt und warten darauf starten zu können. Weniger Leute, aber irgendwie auch weniger Wind. Es ist sogar fast windstill…

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Nun heißt es also geduldig darauf warten, dass der Wind dreht. Und langsam wird mir etwas mulmig. Hier oben ist es plötzlich viel abschüssiger und aus der gepflasterten Plattform auf 1.700 Metern Höhe ist eine äußerst kurze, steinige Rampe geworden… “Hier muss es dann also schnell gehen, hoffentlich öffnet sich der Schirm früh genug”, sind Gedanken, die mir durch den Kopf gehen.

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Plötzlich kommt ein Windstoß, die auf dem Boden positionierten Gleitschirme richten sich auf und heben in der selben Sekunde nacheinander vom Boden ab.

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“Stefanie, come here! We need to get ready!” ruft mir Burak zu, der gerade noch einen Kollegen beim Abheben unterstützt hat. In Windeseile hat er meine Karabiner verhakt, bittet mich ein paar Schritte nach vorne zu laufen. Nun werden meine Knie endgültig weich, die Piste ist so abschüssig, dass ich Sorge habe abzurutschen und den Berg hinunter zu kullern.

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“Wohoo!” Ein Freudenschrei ertönt neben mir. Als ich mich umsehe, fliegt Jan schon in der Luft und segelt mittels gehöriger Thermik davon.

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Klick klack, klick klack – Burak hakt sich nun hinter meinem Rücken auch in den Gleitschirm ein, bittet mich loszulaufen und sobald er es mir sagt, zu rennen. Jetzt gibt es also kein zurück mehr. Die nächste Windböe nimmt uns mit. “Run!” ruft Burak und ich laufe los. Ein, zwei Schritte – der Dritte berührt bereits nicht mehr den Boden. Wir befinden uns in der Luft. Burak ruckelt sich etwas zurecht und signalisiert mir zurück zu rutschen, mich hinzusetzen und es mir bequem zu machen. Danach steigen wir weiter nach oben und das sich einstellende Gefühl zu fliegen, völlig schwerelos, ist unbeschreiblich und weitere Worte völlig überflüssig…

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Bis auf 2.500 Meter steigen wir auf, durch die über die uns befindliche Wolkendecke hindurch und schweben ein paar Minuten später wieder aus ihr heraus.

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Unter uns eröffnet sich nun wieder der Babadağ, unsere Startplattform, drum herum treten waldige, grüne Hügel in den Vordergrund und schmale Straßen schlängeln sich durch das Gebirge.

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In einiger Entfernung sehen wir die Hafenstadt Fethiye sich am Fuß des Gebirges anlehnen. Dahinter blicken wir auf den 22 km langen Strand Patara. Dahinter liegt das tiefblaue Meer und unser Blick schweift bis nach Rhodos.

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Inzwischen habe wir auch Jan und seinen Piloten wieder eingeholt und fliegen nebeneinander, übereinander, hintereinander über das Taurusgebirge.

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Langsam aber sicher steuern wir auf die Küste zu und unter uns eröffnen sich kleine zwischen Felsen versteckte Buchten. Burak deutet mir den Weg, den wir nun über das Butterfly Valley und den Kabak Beach fliegen werden, um dann auf die blaue Lagune von Ölüdeniz zuzusteuern.

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Mit der Zeit wird es auch wieder etwas wärmer und ich beginne den Flug so richtig zu genießen. Nach fast 40 Minuten Flugzeit geht es mit einem grandiosen Ausblick auf den Strand und die Lagune unserem Wohnsitz Ölüdeniz entgegen.

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Die Boote, Liegestühle und Sonnenschirme wirken wie buntes Spielzeug und das glasklare türkisfarbene Wasser leuchtet wie in der Karibik.

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Immer näher kommen wir den Ziegelsteinen der Hoteldächer und den Fußgängern, die in der Landezone an der Strandpromenade flanieren.

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Als besonderen Kick am Ende dreht Burak noch einige Loopings, die einem wie eine rasante Achterbahnfahrt durch den Magen gehen. Als absolutes Highlight übergibt er mir dann auch noch etwas überraschend die Steuerungs-Schlaufen – und ehe ich mich versehe, lenke ich völlig alleine unseren Gleitschirm und mein Co-Pilot kann sich ein paar Sekunden komplett auf das Fotografieren konzentrieren… 😉

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Im Anschluss bringt uns eine kurze Geschwindigkeitsbeschleunigung in Richtung Zielgerade dem Erdboden entgegen. Wieder ein, zwei Schritte und beim Dritten stehe ich schon mit beiden Füßen auf dem grünen Landestreifen.

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Geschafft – und während sich in meinem Körper noch das Adrenalin in Glückshormone umwandelt, beschließe ich bereits, dass diese ganz besondere Lebenserfahrung definitiv eine Wiederholung wert ist!

Vielen Dank Burak für dieses tolle Erlebnis!

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